I´m Back!
Nach nunmehr zwei Jahren Abwesenheit melde ich mich zurück und lasse den geneigten Leser, der geneigten Leserin erneut an meinem Leben teilhaben, wenn es überhaupt noch jemanden da draußen, in den unendlichen Weiten des world wide web gibt, den die profanen Dinge des Alltags einer Unbekannten interessieren.
Was ist passiert seit meinen letzten Eintrag? Ich sehe nun endlich das berufliche Ziel klar und deutlich vor mir und befinde mich auf den letzten Metern, nachdem ich so lange getaumelt, gestolpert und rückwärts gegangen bin. Vielleicht habe ich all die Jahre gebraucht, um meine Ängste abzubauen, etwas Neues zu wagen, das Risiko einzugehen und das Ergebnis zu akzeptieren, egal wie es ausfällt. Jetzt gibt es kein zurück mehr, kein aber, kein vielleicht, keine Zweifel - ich kann das und ich werde es schaffen, dessen bin ich mir sicher. Nach mir die Sinnflut!
Doch wie so oft - und in einem Post wurde dies schon einmal thematisiert - gibt es das vollkommene Glück nicht. Tritt das Berufliche aus dem Schatten heraus in das Licht, so fallen andere Dinge in den Schatten hinein, in meinem Falle das private Glück. Ich konnte es nicht halten, es ist mir aus den Fingern geglitten und ich kann noch solange versuchen es wieder einzufangen, es oder er wird nicht wiederkommen. Deswegen lasse ich ihn ziehen, will ihn nicht auf Zwang an mich ketten und wünsche ihm das Beste. Nur hat er einen Teil von mir mitgenommen, aber nimmt man nicht immer einen Teil des anderen mit, wenn man den Weg eine Zeit lang gemeinsam gegangen ist? Hinterlässt nicht jeder eine Spur auf und in dem Körper des anderen?
Anfangs habe ich gedacht, er hat den größten Teil meiner selbst mitgenommen, ich aß weil essen musste, arbeitete weil ich arbeiten musste, stand auf weil ich musste - nun denn, ich befand mich im freien Fall und vielleicht falle ich immer noch, dessen bin ich mir nicht sicher, aber es wird erträglicher, die Ohnmacht weicht der Realität. Zu verdanken habe ich das vor allem meinen Freunden, die mich gehalten haben, jeder wie er konnte, obwohl ich dachte, meine Arme seien blutige Stumpen, welche die helfenden Hände, die mir entgegengestreckt wurden, nicht fassen konnten.
Über das Scheitern meiner Beziehung habe ich mir natürlich meine Gedanken gemacht. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sich seit fünfzehn Jahren nichts, aber auch absolut nichts in meinem Kopf geändert hat: Da sind immer noch die selben Ängste vor der Zukunft (weshalb ich manchmal nicht so vorwärts komme, wie das gerne hätte oder es von mir erwartet wird), die selben Selbstzweifel und Geringschätzung meiner selbst, die unerklärliche Sehnsucht nach dem Tod, die mich an manchen Tage überfällt, dieselbe Frage nach dem Sinn meiner Existenz und derselbe Drang mir Schmerzen zuzufügen. Aber all das zeige ich nicht in der Öffentlichkeit, sondern habe mein Rollenspiel perfektioniert. Angepasst sozusagen. Nur wenigen lasse ich an diesen Gedanken teilhaben, aber meine Partner mussten alle mit meiner Doppelrolle klar kommen.
Sicherlich wurde mir in meinen vergangenen Beziehungen immer beigestanden und auf die eine oder andere Weise gezeigt, dass es auch anders gehen kann, doch meist habe ich die Flucht ergriffen oder, und das ist neu, wurde vor mir Reißaus genommen. Auch so eine Sache die ich lernen muss - nicht nur verlassen sondern verlassen werden. Ob nun das Chaos in meinem Kopf der ausschlaggebende Grund für das "Sterben der Gefühle" war, weiß ich nicht, vielleicht lag es wirklich nur an den unterschiedlichen Lebenskonzepten und vielleicht musste das auch so kommen, weil es da noch etwas anderes gibt, was auf mich wartet? Bin ratlos! Jedenfalls danke ich denjenigen für die vergangenen Jahre, sie haben mich sehr geprägt und ich möchte sie nicht missen. In dem Sinne:
When routine bites hard,
And ambitions are low.
And resentment rides high,
But emotions won't grow.
And we're changing our ways,
Taking different roads.
(Joy Division: Love Will Tear Us Apart Lyrics)
Samstag, 25. August 2012
Dienstag, 26. Januar 2010
Täter und Opfer
So lange nun habe ich mich schon nicht mehr gemeldet, nicht, weil es nicht zu erzählen gab, vielmehr liegt der Hund in meiner Faulheit und dem mangelnden Mitteilungsbedürfnis begraben. Des Weiteren resigniere ich über die Dürftigkeit an Praktikumsplätzen, über das Wetter und über meinen Masochismus mir all das anzutun was ich so schwer verkrafte.
Der Tod ist mein ständiger Begleiter könnte man so sagen. Lange hielt ich Abstand von den zwei Weltkriegen, literarisch wie auch filmisch, doch nun überkommt es mich und ich kann nicht aufhören. Quäle mich momentan durch „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell. Das Verbrechen an den Juden und weiteren „Nicht-Ariern“ wird aus der Sicht des Täters ohne jegliche Reue geschildert, so detailliert, dass ich mich selbst an den Massengräbern wieder finde und mir die Hirnmasse der Getöteten ins Gesicht spritzt. Tötungsmaschine Mensch – wie grausam waren und sind wir? Was geht in den Köpfen all jener vor? Könnte auch ich in eine Art Blutrausch geraten, wenn es von mir verlangt wird? Wäre ich in der Lage all mein Menschsein abzustreifen und das auszuführen was wider jeglicher Vernunft und Moral liegt? Man kann diese Fragen nicht hundertprozentig mit „Nein“ beantworten, es wäre schlichtweg gelogen.
Das andere Buch ist eine Biographie über Manfred von Richthofen – da fühle ich mich nicht so hinein und dennoch ist das Grauen nicht minder groß. Anlass für die Biographie war der Film, den ich mir vor kurzem angeschaut habe und dort wurde eben jener junge Mann so tugendhaft dargestellt, dass ich das nicht glauben konnte. Nun tun wir Deutschen uns schwer mit Helden, wegen der kollektiven Schuld am Zweiten Weltkrieg und dem daraus resultierenden Trauma. Wir getrauen uns nicht so etwas wie Stolz zu empfinden, wie auch immer man das interpretieren mag. Nun gibt es in der Geschichte viele Kriegshelden, doch darf es auch deutsche Helden geben? Sind nicht ALLE Täter und Opfer zugleich? Wo zieht man da die Grenze? Ich denke es ist ein ethisches Problem. Was ich ausdrücken möchte: Wenn jemand im Krieg geehrt wird, weil er dieses oder jenes erreicht hat, wer fragt dann nach den Opfern? Und hat sich der stilisierte Held wirklich immer so ehrenhaft verhalten, dass er in die Geschichte eingehen darf? Bin ich die Einzige, die sich darüber Gedanken macht? Das geht einem wirklich an die Substanz. Dieser verdammte Zwang Dinge zu lesen, welche mich schlecht träumen lassen, die ich nie ganz abschütteln kann, immer im Hinterkopf bleiben! Mein Freund zeigt da wenig Begeisterung, doch auf seine Frage, warum ich das lese, wenn es mich verrückt macht, kann ich nur eine Antwort geben: Ich muss. Irgendetwas treibt mich…denke die Ursache dafür liegt in meiner Kindheit. Schon mit 10/12 Jahren habe ich Bücher gelesen, welche nicht wirklich geeignet waren. Beispielsweise „Die toten Engel“ von Wilfried Bruckner oder „Die letzten Kinder von Schewenborn“ von Gudrun Pausewang. Geht es bei der einen Geschichte um die Kinder im Wahrschauer Ghetto und in der Anderen über die Folgen eines Nuklearanschlags, so siegt doch am Ende der Tod über das Leben. Ich habe damals geheult und geflucht, nun mit 27 heule und fluche ich immer noch.
Aber ich bin nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten, nehme am realen Leben teil. Auch dort kann einem das Grauen kommen. Zum Beispiel Haiti. Vorweg: es ist furchtbar was dort geschehen ist. Doch die geheuchelte Solidarität ekelt mich an. Müssen immer erst Naturkatastrophen geschehen, damit das Augenmerk auf eine bestimmte Region gerichtet wird? Denn katastrophal ist die Situation in diesem Land schon seit Jahren. Aufwachen Leute! Denkt ihr wirklich, dies sei das einzig Schreckliche? Fragt mal die Menschen in Nordkorea, Somalia, Kongo, Liberia etc. – da verhungern täglich hunderte, werden vergewaltigt, verschleppt, getötet, erleben den Tod der Seele, weil das Grauen unerträglich ist. Wen kümmert das? Wo ist da das Mitgefühl? In einer Woche wird das Thema Haiti aus den Medien verschwunden sein, dann aus dem Bewusstsein der Menschen und alles bleibt wie gehabt. Darin liegt die Perversität unserer Gattung – an der Gleichgültigkeit. Und auch ich schließe mich da nicht aus.
Damit will ich dieses Kapitel schließen und ein neues aufschlagen: Mein Wochenende.
Ja es war mal wieder ein Mix aus allem. Freitagabend hieß es erst einmal arbeiten. War teilweise ein wenig überfordert mit der Situation. Wenn fast 50 Leute zeitgleich zahlen wollen, dann dauert das seine Zeit und die Menschen haben keine mehr. Ziemlich geschafft bin ich dann in die Neustadt zur Dorfdisko. Knackenvoll war Laden. Die Städter scheinen darauf abzufahren. Wie auch immer, ich rein, mit mäßiger Laune und die Erkenntnis, dass alle mir mindestens fünf Bier voraus waren machte sie nicht besser. Erst mit dem flüssigen Gold, war auch ich in der Lage die musikalischen Verbrechen 90er zu ertragen. War am Ende doch ganz lustig und wir sind erst zu einer Zeit nach Hause, in der ich unter Umständen schon wieder auf den Weg zu Arbeit bin. Der Samstag verlief dann eher schleppend. Abends Kneipe und Kopfschütteln über die Dummheiten anderer (hey ich trinke als Mutprobe mal Spülmittel) und Sonntag wurde es kulturell. Wir gingen abends ins Schauspielhaus wo Jan Plewka die guten alten Ton Steine Scherben Songs zum Besten gab. Und das war wirklich gut. Selten hat mir ein Konzert so gefallen.
Da saßen sie nun, die Wohlsituierten Bürgerinnen und Bürger und hörten sich antikapitalistische Lieder an – verrückt diese Welt.
the devil felt ashamed i never thought he would
i saw him keep on practicing until this endless morning ends
he's lost the silver spoon he kept it in his hand
i think we're leaving soon me and my shadow shaped
today we take the whole way to the moon
(Blackmail: Me and My Shadows)
Der Tod ist mein ständiger Begleiter könnte man so sagen. Lange hielt ich Abstand von den zwei Weltkriegen, literarisch wie auch filmisch, doch nun überkommt es mich und ich kann nicht aufhören. Quäle mich momentan durch „Die Wohlgesinnten“ von Jonathan Littell. Das Verbrechen an den Juden und weiteren „Nicht-Ariern“ wird aus der Sicht des Täters ohne jegliche Reue geschildert, so detailliert, dass ich mich selbst an den Massengräbern wieder finde und mir die Hirnmasse der Getöteten ins Gesicht spritzt. Tötungsmaschine Mensch – wie grausam waren und sind wir? Was geht in den Köpfen all jener vor? Könnte auch ich in eine Art Blutrausch geraten, wenn es von mir verlangt wird? Wäre ich in der Lage all mein Menschsein abzustreifen und das auszuführen was wider jeglicher Vernunft und Moral liegt? Man kann diese Fragen nicht hundertprozentig mit „Nein“ beantworten, es wäre schlichtweg gelogen.
Das andere Buch ist eine Biographie über Manfred von Richthofen – da fühle ich mich nicht so hinein und dennoch ist das Grauen nicht minder groß. Anlass für die Biographie war der Film, den ich mir vor kurzem angeschaut habe und dort wurde eben jener junge Mann so tugendhaft dargestellt, dass ich das nicht glauben konnte. Nun tun wir Deutschen uns schwer mit Helden, wegen der kollektiven Schuld am Zweiten Weltkrieg und dem daraus resultierenden Trauma. Wir getrauen uns nicht so etwas wie Stolz zu empfinden, wie auch immer man das interpretieren mag. Nun gibt es in der Geschichte viele Kriegshelden, doch darf es auch deutsche Helden geben? Sind nicht ALLE Täter und Opfer zugleich? Wo zieht man da die Grenze? Ich denke es ist ein ethisches Problem. Was ich ausdrücken möchte: Wenn jemand im Krieg geehrt wird, weil er dieses oder jenes erreicht hat, wer fragt dann nach den Opfern? Und hat sich der stilisierte Held wirklich immer so ehrenhaft verhalten, dass er in die Geschichte eingehen darf? Bin ich die Einzige, die sich darüber Gedanken macht? Das geht einem wirklich an die Substanz. Dieser verdammte Zwang Dinge zu lesen, welche mich schlecht träumen lassen, die ich nie ganz abschütteln kann, immer im Hinterkopf bleiben! Mein Freund zeigt da wenig Begeisterung, doch auf seine Frage, warum ich das lese, wenn es mich verrückt macht, kann ich nur eine Antwort geben: Ich muss. Irgendetwas treibt mich…denke die Ursache dafür liegt in meiner Kindheit. Schon mit 10/12 Jahren habe ich Bücher gelesen, welche nicht wirklich geeignet waren. Beispielsweise „Die toten Engel“ von Wilfried Bruckner oder „Die letzten Kinder von Schewenborn“ von Gudrun Pausewang. Geht es bei der einen Geschichte um die Kinder im Wahrschauer Ghetto und in der Anderen über die Folgen eines Nuklearanschlags, so siegt doch am Ende der Tod über das Leben. Ich habe damals geheult und geflucht, nun mit 27 heule und fluche ich immer noch.
Aber ich bin nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten, nehme am realen Leben teil. Auch dort kann einem das Grauen kommen. Zum Beispiel Haiti. Vorweg: es ist furchtbar was dort geschehen ist. Doch die geheuchelte Solidarität ekelt mich an. Müssen immer erst Naturkatastrophen geschehen, damit das Augenmerk auf eine bestimmte Region gerichtet wird? Denn katastrophal ist die Situation in diesem Land schon seit Jahren. Aufwachen Leute! Denkt ihr wirklich, dies sei das einzig Schreckliche? Fragt mal die Menschen in Nordkorea, Somalia, Kongo, Liberia etc. – da verhungern täglich hunderte, werden vergewaltigt, verschleppt, getötet, erleben den Tod der Seele, weil das Grauen unerträglich ist. Wen kümmert das? Wo ist da das Mitgefühl? In einer Woche wird das Thema Haiti aus den Medien verschwunden sein, dann aus dem Bewusstsein der Menschen und alles bleibt wie gehabt. Darin liegt die Perversität unserer Gattung – an der Gleichgültigkeit. Und auch ich schließe mich da nicht aus.
Damit will ich dieses Kapitel schließen und ein neues aufschlagen: Mein Wochenende.
Ja es war mal wieder ein Mix aus allem. Freitagabend hieß es erst einmal arbeiten. War teilweise ein wenig überfordert mit der Situation. Wenn fast 50 Leute zeitgleich zahlen wollen, dann dauert das seine Zeit und die Menschen haben keine mehr. Ziemlich geschafft bin ich dann in die Neustadt zur Dorfdisko. Knackenvoll war Laden. Die Städter scheinen darauf abzufahren. Wie auch immer, ich rein, mit mäßiger Laune und die Erkenntnis, dass alle mir mindestens fünf Bier voraus waren machte sie nicht besser. Erst mit dem flüssigen Gold, war auch ich in der Lage die musikalischen Verbrechen 90er zu ertragen. War am Ende doch ganz lustig und wir sind erst zu einer Zeit nach Hause, in der ich unter Umständen schon wieder auf den Weg zu Arbeit bin. Der Samstag verlief dann eher schleppend. Abends Kneipe und Kopfschütteln über die Dummheiten anderer (hey ich trinke als Mutprobe mal Spülmittel) und Sonntag wurde es kulturell. Wir gingen abends ins Schauspielhaus wo Jan Plewka die guten alten Ton Steine Scherben Songs zum Besten gab. Und das war wirklich gut. Selten hat mir ein Konzert so gefallen.
Da saßen sie nun, die Wohlsituierten Bürgerinnen und Bürger und hörten sich antikapitalistische Lieder an – verrückt diese Welt.
the devil felt ashamed i never thought he would
i saw him keep on practicing until this endless morning ends
he's lost the silver spoon he kept it in his hand
i think we're leaving soon me and my shadow shaped
today we take the whole way to the moon
(Blackmail: Me and My Shadows)
Donnerstag, 10. Dezember 2009
mal wieder Weihnachten
Mittwochnacht, der erholsame Schlaf will sich nicht einstellen, so gehen alle ihre eigenen Wege in meiner etwas kurios anmutenden WG. Ein jeder ist mir sich selbst oder mit seinem Partner beschäftigt, ich hänge meinen Gedanken hinterher und warte darauf, dass mich die Müdigkeit endgültig packt. In diesen grauen Dezembertagen ist es egal, wann ich schlafen gehe, denn eigentlich bin ich jederzeit müde. Man könnte den Winter auch verschlafen, ich hätte nichts dagegen. Aber nein, es weihnachtet und die Menschen rammeln durch die Innenstädte auf der Suche nach dem perfekten Geschenk. Größer, schöner, teurer muss es sein. Ist momentan echt der Wahnsinn. Dresden scheint aus einem riesigen Weihnachtsmarkt zu bestehen. Vom Hauptbahnhof bis zur Prager Straße, Striezelmarkt, Mittelaltermarkt im Stallhof, Weihnachtsmarkt im WTC, am Körnerplatz, auf der Hauptstrasse. Lohnt sich das? Es gibt doch an jeder Ecke den gleichen Mist. Und vor allem sieht das ein wenig verloren aus. Als ich heute zur Arbeit am Abend gegangen bin, da waren mehr Buden als Menschen, rein rechnerisch kann ich mir nicht vorstellen, dass die Händler daraus einen Gewinn erzielen, doch es muss wohl sein. Mir ist wieder mal so gar nicht nach Weihnachten, da ist so gar kein weihnachtliches Gefühl in mir. Hatte ich ja noch nie, seit ich 15 oder so bin. Vielleicht wehre ich mich unbewusst gegen den Konsumzwang aber konsumieren kann ich Zurzeit sowieso nicht viel.
Es ist wieder Zeit, ich muss raus aus dieser Stadt, weg von der Eintönigkeit, des ewig Gleichen, den Strom durchbrechen, ausbrechen aus diesem komischen Leben. Nicht alles ist schlecht und doch ist nicht alles gut.
Demnächst mehr…
Please myself I don’t know where to go
Ring the bells, I’m going out
In the streets I feel the morning rose
Let me in I’m full of doubt
(Lee Buddha & Aydo Abay - Ring The Bells, I'm Going Out)
Es ist wieder Zeit, ich muss raus aus dieser Stadt, weg von der Eintönigkeit, des ewig Gleichen, den Strom durchbrechen, ausbrechen aus diesem komischen Leben. Nicht alles ist schlecht und doch ist nicht alles gut.
Demnächst mehr…
Please myself I don’t know where to go
Ring the bells, I’m going out
In the streets I feel the morning rose
Let me in I’m full of doubt
(Lee Buddha & Aydo Abay - Ring The Bells, I'm Going Out)
Freitag, 27. November 2009
Das liebe Geld
Gerade von Arbeit rein, dachte ich mir, es ist mal wieder an der Zeit etwas in meinen Blog zu schreiben, den ich viel zu lange vernachlässigt habe. Dabei sind wieder so viele Gedanken in meinem Kopf, die nur darauf warten niedergeschrieben zu werden, damit neue Gedanken nachrücken können, die mich noch mehr verwirren oder noch nachdenklicher machen. Denn es bahnt sich an, die große Phase der Melancholie, gepaart mit der schon so oft erwähnten Antriebslosigkeit und wieder stelle ich mir die Frage, wie ich diesen Winter damit umgehen werde. Etwa so wie letztes Jahr, als ich die Nacht zum Tage gemacht habe und mit all den anderen armen Gestalten durch die Nacht gestolpert bin, wobei für mich all das Stolpern gut ausging, weil ich meinen Mann gefunden habe oder er mich? Wer weiß das schon, es wird ein ewiges Rätsel bleiben. Oder ist es ganz anders und ich komme nicht aus dem Bett, weil mich meine permanente Müdigkeit ans Laken fesselt? Und wie jedes Jahr grübele ich, ob ein Besuch bei einem Therapeuten nicht doch hilfreich wäre, wobei es mich kürzlich erschreckt hat, wie schnell Psychopharmaka verschrieben werden. Ich will nicht künstlich glücklich sein! Dabei ist meine momentane größte Sorge so klar: ich habe keinen Plan wie ich mein Examen finanzieren soll. Ich meine, es ist mein Examen, das macht man nicht so nebenher, da sitzt man und lernt, hangelt sich von Prüfung zu Prüfung…wie soll ich das bewältigen neben der Arbeit? Oder die Arbeit neben dem Examen? Wie ich es auch drehe und wende ich finde keine Lösung. Vielleicht ist es mein Stolz der mich hindert, um Hilfe zu bitten, aber ich habe es satt abhängig zu sein. Das erfüllt mich nur wieder mit einer nicht zu bändigen Scham. Ich muss mich also zwischen zwei Übeln entscheiden und weiß nicht welches das Größere ist. Für andere mag die Antwort klar auf der Hand liegen, aber ich bin nicht die Anderen.
Letzte Woche kam unsere Betriebskostenabrechnung, die so beschissen war, dass es der ganzen WG das Wochenende verdorben hat. Bei ungefähr gleich bleibenden Verbrauch sollen wir über 600 Euro nachzahlen. Woher nehmen, wir haben keinen Esel der Gold scheißt. Momentan liegt es beim Anwalt zur Prüfung und wir alle hegen die Hoffnung, dass wir was drehen können. Da sind angeblich so viele Fehler, die man als Laie nicht erkennt, sodass wir berechtigt Einwände erheben. Mal sehen was da rauskommt. Weshalb ich das schreibe, am Freitagabend stand ich heulend in der Disco weil ich nicht wusste wie ich das bezahlen soll, wie soll das gehen, wenn man kaum was hat? Gut der Alkohohl tat sein übriges, es gelang mir nicht, die Sorgen auszublenden. Ich habe einen Kumpel, der hat nie Geld, ist stets blank und jener geht mit einer Leichtigkeit durch Leben, dem ich nur Bewunderung entgegenbringen kann. Mir gelingt das nur partiell. Doch genug der Worte über das liebe Geld.
Man kann nie in allen Bereichen glücklich sein, selbst als Jugendliche habe ich das des Öfteren in meinen Tagebüchern nieder geschrieben. Klappte es in der Schule ganz gut, gab es entweder Knatsch mit meinen Eltern oder im Freundeskreis, war dort alles paletti, waren meine Eltern Schuld an meinem Elend (gut, meistens habe ich mir den Ärger selbst eingebrockt, aber das will man als Kind nie zugeben). Und nun, eine Dekade später ist es immer noch der gleiche Terz: Studium, Privat Ok, dann fehlt es am Geld, habe ich Geld ist entweder das Eine oder das Andere nicht in Ordnung. Vielleicht kann man nie in allen Bereichen gleich glücklich sein, weil man dann das Glück nicht schätzen würde, weil es allgegenwärtig wäre und somit normal. Dann wiederum würde man es nicht mehr als Glück erkennen, wenn es zur Normalität verkommt. So sind wir gezwungen uns zu arrangieren, mit dem was wir haben und mit dem was noch kommen wird. Was mir oft auffällt, nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Freunden, ist das eben das Glück normal wird. Und auch wenn ich das nicht oft so zeigen kann wie ich das empfinde, so kann ich mich doch glücklich schätzen, was eben gut in meinem Leben läuft. Nicht nur mein Freund, der mir so viel gibt und es wahrscheinlich nicht einmal weiß, sondern auch meine Eltern zu denen ich einen guten Draht habe, worum mich so mancher beneidet. Es gibt noch so viele andere Beispiele, wo ich es besser habe, aber manchmal vergesse ich dieses kostbare Gut, welches zu bewahren ist, eben weil man es als selbstverständlich hinnimmt, es ist aber nicht selbstverständlich! Wir alle, jeder für sich, sollte sich darüber einmal Gedanken machen. Damit schließe ich für heute und gelobe Besserung. Wie gesagt, die kommende Zeit animiert mich, wieder mehr zu schreiben, denn es ist eine für mich ganz persönlich Art von Therapie.
I work all night, I work all day, to pay the bills I have to pay
Ain't it sad
And still there never seems to be a single penny left for me
That's too bad
(ABBA: Money money money)
Letzte Woche kam unsere Betriebskostenabrechnung, die so beschissen war, dass es der ganzen WG das Wochenende verdorben hat. Bei ungefähr gleich bleibenden Verbrauch sollen wir über 600 Euro nachzahlen. Woher nehmen, wir haben keinen Esel der Gold scheißt. Momentan liegt es beim Anwalt zur Prüfung und wir alle hegen die Hoffnung, dass wir was drehen können. Da sind angeblich so viele Fehler, die man als Laie nicht erkennt, sodass wir berechtigt Einwände erheben. Mal sehen was da rauskommt. Weshalb ich das schreibe, am Freitagabend stand ich heulend in der Disco weil ich nicht wusste wie ich das bezahlen soll, wie soll das gehen, wenn man kaum was hat? Gut der Alkohohl tat sein übriges, es gelang mir nicht, die Sorgen auszublenden. Ich habe einen Kumpel, der hat nie Geld, ist stets blank und jener geht mit einer Leichtigkeit durch Leben, dem ich nur Bewunderung entgegenbringen kann. Mir gelingt das nur partiell. Doch genug der Worte über das liebe Geld.
Man kann nie in allen Bereichen glücklich sein, selbst als Jugendliche habe ich das des Öfteren in meinen Tagebüchern nieder geschrieben. Klappte es in der Schule ganz gut, gab es entweder Knatsch mit meinen Eltern oder im Freundeskreis, war dort alles paletti, waren meine Eltern Schuld an meinem Elend (gut, meistens habe ich mir den Ärger selbst eingebrockt, aber das will man als Kind nie zugeben). Und nun, eine Dekade später ist es immer noch der gleiche Terz: Studium, Privat Ok, dann fehlt es am Geld, habe ich Geld ist entweder das Eine oder das Andere nicht in Ordnung. Vielleicht kann man nie in allen Bereichen gleich glücklich sein, weil man dann das Glück nicht schätzen würde, weil es allgegenwärtig wäre und somit normal. Dann wiederum würde man es nicht mehr als Glück erkennen, wenn es zur Normalität verkommt. So sind wir gezwungen uns zu arrangieren, mit dem was wir haben und mit dem was noch kommen wird. Was mir oft auffällt, nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Freunden, ist das eben das Glück normal wird. Und auch wenn ich das nicht oft so zeigen kann wie ich das empfinde, so kann ich mich doch glücklich schätzen, was eben gut in meinem Leben läuft. Nicht nur mein Freund, der mir so viel gibt und es wahrscheinlich nicht einmal weiß, sondern auch meine Eltern zu denen ich einen guten Draht habe, worum mich so mancher beneidet. Es gibt noch so viele andere Beispiele, wo ich es besser habe, aber manchmal vergesse ich dieses kostbare Gut, welches zu bewahren ist, eben weil man es als selbstverständlich hinnimmt, es ist aber nicht selbstverständlich! Wir alle, jeder für sich, sollte sich darüber einmal Gedanken machen. Damit schließe ich für heute und gelobe Besserung. Wie gesagt, die kommende Zeit animiert mich, wieder mehr zu schreiben, denn es ist eine für mich ganz persönlich Art von Therapie.
I work all night, I work all day, to pay the bills I have to pay
Ain't it sad
And still there never seems to be a single penny left for me
That's too bad
(ABBA: Money money money)
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Sehnsucht im Herbst
Nun hat der Herbst Einzug in Deutschland gehalten und zeigt sich weder Golden noch hat er all die anderen Merkmale, welche in der Lyrik so oft gepriesen werden. Vielmehr ist er ein Vorbote auf die bevorstehenden Monate: nass, trüb, windig, einfach nur ungemütlich. Da möchte man sich am liebsten ins Bett verkriechen und erst herauskommen wenn die Frühlingssonne einen an der Nasenspitze kitzelt.
Wie schnell doch das Gewesene vergänglich wird und uns wieder einmal bewusst macht wie rasant die Zeit vergeht, das Jahr ist fast vorbei und auch wenn es noch zu früh für ein Resümee ist, so schweife ich jetzt schon gedanklich zurück in jene Tage, wo wir auf der Wiese lagen, das satte Grün bestaunten und unsere Körper in Sonnenlicht badeten.
Andere mögen sich auf die kommende Zeit freuen, schließlich hat doch der Winter seine schönen Seiten, man kuschelt sich ins Wohnzimmer, der Duft von Kerzen und Gebackenen durchzieht den Raum und man rückt näher zusammen. Einige erfreuen sich auch an der Weihnachtszeit, obwohl Lebkuchen schon jetzt zu kaufen sind und spätestens in einem Monat uns Weihnachtsmusik in sämtlichen Kaufhäusern die Stimmung verdirbt. Ich mag diese Zeit nicht! Man steht im Dunkeln auf, kehrt im Dunkeln heim und obwohl die Tage kürzer sind, haben sie dennoch 24 Stunden. Habe schon ausgerechnet, dass mein „Sonnenakku“ spätestens im Januar verbraucht ist und ab da an meine Stimmung permanent sinkt.
Befinde mich momentan sowieso in einem Schwebezustand. Der Geist ist in weite Ferne gerückt, entflieht der monotonen Realität. Es geht nur noch ums funktionieren weniger ums Leben. Als ob mir in jenen Tagen alles Menschliche abhanden gekommen ist, bleibt versteckt in den in den letzten Windungen meiner Seele, bleibt zu Hause. Zu schwer ist die Last, denn nähme ich sie mit würde ich zusammenbrechen unter dem Gewicht welches wie Blei auf mir liegt, mich zerquetscht, in Bewegungslosigkeit versetzt. Nicht ich halte die Welt an die Welt hält mich an und erneut drängt sich mir die Frage auf, ob es anderen auch so geht oder alle zu Maschinen transformiert sind. Gehe ich mit offenen Augen durch die Straßen, so sehe ich tote Gesichter, das Leben ist fortgespült, hat sie alle mitgenommen. Ist es Resignation? Haben sich die Menschen damit abgefunden, wie ein Tier in Gefangenschaft, jeden Tag der gleiche Mist, der ewig gleichförmige Ablauf oder wollen sie das so, aus Bequemlichkeit? Nicht nachdenken zu müssen, was alles schief läuft in dieser Welt.
Da ist keine Sehnsucht mehr in ihren Blicken. Vielleicht verschließen sie sich nur, vor der ihnen feindlich gesinnten Umwelt. Da würde ich wirklich gerne Gedanken lesen können, um herauszufinden, ob ich alleine mir Gedanken über diese Welt mache oder ob die verschlossenen Minen nur Fassade sind um nicht aufzufallen.
Selbst das Lachen scheint aufgesetzt oder zynisch, so als ob erwartet wird, dass man in der einen oder anderen Situation lacht. So werde nun auch ich in den kommenden Stunden das Restmensch wie eine Haut abstreifen und auf Small Talk programmiert auf Arbeit gehen.
Fire burns but then they slowly die
in our room in our room
where I can see
the silence in you eyes
(Deine Lakeien: Silence in your eyes)
Wie schnell doch das Gewesene vergänglich wird und uns wieder einmal bewusst macht wie rasant die Zeit vergeht, das Jahr ist fast vorbei und auch wenn es noch zu früh für ein Resümee ist, so schweife ich jetzt schon gedanklich zurück in jene Tage, wo wir auf der Wiese lagen, das satte Grün bestaunten und unsere Körper in Sonnenlicht badeten.
Andere mögen sich auf die kommende Zeit freuen, schließlich hat doch der Winter seine schönen Seiten, man kuschelt sich ins Wohnzimmer, der Duft von Kerzen und Gebackenen durchzieht den Raum und man rückt näher zusammen. Einige erfreuen sich auch an der Weihnachtszeit, obwohl Lebkuchen schon jetzt zu kaufen sind und spätestens in einem Monat uns Weihnachtsmusik in sämtlichen Kaufhäusern die Stimmung verdirbt. Ich mag diese Zeit nicht! Man steht im Dunkeln auf, kehrt im Dunkeln heim und obwohl die Tage kürzer sind, haben sie dennoch 24 Stunden. Habe schon ausgerechnet, dass mein „Sonnenakku“ spätestens im Januar verbraucht ist und ab da an meine Stimmung permanent sinkt.
Befinde mich momentan sowieso in einem Schwebezustand. Der Geist ist in weite Ferne gerückt, entflieht der monotonen Realität. Es geht nur noch ums funktionieren weniger ums Leben. Als ob mir in jenen Tagen alles Menschliche abhanden gekommen ist, bleibt versteckt in den in den letzten Windungen meiner Seele, bleibt zu Hause. Zu schwer ist die Last, denn nähme ich sie mit würde ich zusammenbrechen unter dem Gewicht welches wie Blei auf mir liegt, mich zerquetscht, in Bewegungslosigkeit versetzt. Nicht ich halte die Welt an die Welt hält mich an und erneut drängt sich mir die Frage auf, ob es anderen auch so geht oder alle zu Maschinen transformiert sind. Gehe ich mit offenen Augen durch die Straßen, so sehe ich tote Gesichter, das Leben ist fortgespült, hat sie alle mitgenommen. Ist es Resignation? Haben sich die Menschen damit abgefunden, wie ein Tier in Gefangenschaft, jeden Tag der gleiche Mist, der ewig gleichförmige Ablauf oder wollen sie das so, aus Bequemlichkeit? Nicht nachdenken zu müssen, was alles schief läuft in dieser Welt.
Da ist keine Sehnsucht mehr in ihren Blicken. Vielleicht verschließen sie sich nur, vor der ihnen feindlich gesinnten Umwelt. Da würde ich wirklich gerne Gedanken lesen können, um herauszufinden, ob ich alleine mir Gedanken über diese Welt mache oder ob die verschlossenen Minen nur Fassade sind um nicht aufzufallen.
Selbst das Lachen scheint aufgesetzt oder zynisch, so als ob erwartet wird, dass man in der einen oder anderen Situation lacht. So werde nun auch ich in den kommenden Stunden das Restmensch wie eine Haut abstreifen und auf Small Talk programmiert auf Arbeit gehen.
Fire burns but then they slowly die
in our room in our room
where I can see
the silence in you eyes
(Deine Lakeien: Silence in your eyes)
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Bücher sind meine Welt
So senkt sich nun der Schleier auf mich, reißt mich fort in eine fremde, eine vergangene Welt. Getrieben von einer inneren Unruhe blättern sich meine Augen durch Seiten, nehmen begierig all jene Wörter auf, die so viel beschreiben, erklären, verdeutlichen, sichtbar machen, sodass sich die Geschichte vor meinen Augen abspielt. Nur zum Ende hin wird das Umschlagen der Seiten schwerer und schwerer, als ob man das Ende damit aufhalten könnte. Dabei ist das Ende doch unausweichlich. Dort angekommen, streicht man sanft über den Buchrücken, seufzt, stellt das Meisterwerk zurück in das Regal und ist wieder angekommen im Hier und Jetzt, oder etwa nicht?
- So geht es mir stets, wenn ich spannende Bücher lese. Bin da hin und weg, verliere mich in den Geschichten, möchte auch so sein wie die Namenhaften Helden, dabei ist das Leben selbst eine spannende Geschichte, in der man sich stets neu bewähren muss, für jene kämpft die man liebt – um der Liebe willen.
Problematisch wird das ganze nur, wenn ich meine Gedanken in die Realität bringe, Vergangenes mit Gegenwärtigen vermische, meinen Groll im Hier und Jetzt ablasse und verständnislose Blicke ernte oder alles in sinnlosen Streitereien ausufert. Die Linien verwischen, unklar wird der Blick. Ich trage meine innere Unruhe nach Außen, jenes Chaos, welches nur ich begreife, denn die Zusammenhänge sind so wirr, dass der Gegenüber nicht weiß wie er damit umzugehen hat. Schweife wieder einmal ab, aber nun denn, es ergibt sich so, wie soll ich das aufhalten? Wenn man Krank geschrieben ist und sich endlich die Zeit zum Lesen findet oder, und vielleicht ist das auch mal wieder nötig, über alles nachzudenken, was man so lange verdrängt hat, weil die Zeit nicht ausreichte, man zum Funktionieren verdammt war, dann wird einem bewusst, wie viele unverarbeitete Gedanken einem im Kopf herumschwirren. Meine Träume, in denen ich nun wieder sterbe, sind Zeugen der Rastlosigkeit. Und so verbringe ich den lieben langen Tag mit Grübeln und Nichtstun, bis der Alltag mit geballter Kraft zurückkommt. Samstag ist es schon soweit… .
Eyes filled with fire
Wish I was a better liar
It hurts when it's happening, and so I cry
The winter is even colder
I guess that I could have told ya
That I am safe and warm from the hell inside
Break me; I am, an open book
(GNARLS BARKLEY: Open Book)
Werde irgendwann einmal eine Liste, meiner Meinung nach lesenswerter Bücher reinstellen, aber Achtung, hab die Historische Romane Meise (nun vielleicht liegts am Studium)
- So geht es mir stets, wenn ich spannende Bücher lese. Bin da hin und weg, verliere mich in den Geschichten, möchte auch so sein wie die Namenhaften Helden, dabei ist das Leben selbst eine spannende Geschichte, in der man sich stets neu bewähren muss, für jene kämpft die man liebt – um der Liebe willen.
Problematisch wird das ganze nur, wenn ich meine Gedanken in die Realität bringe, Vergangenes mit Gegenwärtigen vermische, meinen Groll im Hier und Jetzt ablasse und verständnislose Blicke ernte oder alles in sinnlosen Streitereien ausufert. Die Linien verwischen, unklar wird der Blick. Ich trage meine innere Unruhe nach Außen, jenes Chaos, welches nur ich begreife, denn die Zusammenhänge sind so wirr, dass der Gegenüber nicht weiß wie er damit umzugehen hat. Schweife wieder einmal ab, aber nun denn, es ergibt sich so, wie soll ich das aufhalten? Wenn man Krank geschrieben ist und sich endlich die Zeit zum Lesen findet oder, und vielleicht ist das auch mal wieder nötig, über alles nachzudenken, was man so lange verdrängt hat, weil die Zeit nicht ausreichte, man zum Funktionieren verdammt war, dann wird einem bewusst, wie viele unverarbeitete Gedanken einem im Kopf herumschwirren. Meine Träume, in denen ich nun wieder sterbe, sind Zeugen der Rastlosigkeit. Und so verbringe ich den lieben langen Tag mit Grübeln und Nichtstun, bis der Alltag mit geballter Kraft zurückkommt. Samstag ist es schon soweit… .
Eyes filled with fire
Wish I was a better liar
It hurts when it's happening, and so I cry
The winter is even colder
I guess that I could have told ya
That I am safe and warm from the hell inside
Break me; I am, an open book
(GNARLS BARKLEY: Open Book)
Werde irgendwann einmal eine Liste, meiner Meinung nach lesenswerter Bücher reinstellen, aber Achtung, hab die Historische Romane Meise (nun vielleicht liegts am Studium)
Freitag, 18. September 2009
Homosexualität
Wie in einem der letzten Einträge mal erwähnt wollte ich dem Thema Homosexualität mal einen eigenen Eintrag widmen.
Erschreckend, dass im Jahr 2009 immer noch Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen beziehungsweise Gefühlen diskriminiert werden. Alleine wie oft das Wort „Schwul“ zur Beschimpfung benutzt wird. Da muss man nur einmal eine halbe Stunde mit der Bahn fahren und schon ist man für den Rest des Tages bedient. Warum ist das so? Versuche mich stets in die Menschen hineinzudenken, doch schaffe es nicht, das ist mir zu verrückt. Liegt es an der Erziehung oder die Beeinflussung durch Freunde…weiß es wirklich nicht. Dabei gehen Mädels viel relaxter mit Homosexualität um als Kerle. Vielleicht denken sie, sie würden von Schwulen bedrängt werden. Sich aber dann Pornos anschauen wo es vornehmlich um Analverkehr geht, nur eben mit Mann und Frau. Dabei ist es, von der rein sexuellen Handlungsweise genau dasselbe.
Mädchen dagegen brüsken sich mit ihren schwulen Kumpels, weil sie anscheinend die besseren Männer sind und die Frauen verstehen, dabei ist das auch nur Zufall, den einige der Homosexuellen die ich kenne, sind genauso Mann wie Heten.
Ich wurde in dieser Hinsicht sehr offen erzogen und bei uns war „Schwul/Lesbisch sein“ nie ein Thema im negativen Sinne. Ich wäre noch genauso die Tochter meiner Eltern, wenn ich lesbisch wäre, denn letztendlich geht es doch ums Menschsein und weniger darum wer hier mit wem ins Bett geht. Man ist doch kein schlechterer Mensch, wenn Mann Mann oder Frau Frau liebt. Vielleicht liegt der in der Gesellschaft haftende Ekel noch an dem Einfluss der Kirche, obwohl bei den Katholiken gerade die größten Verbrechen geschehen sind. Und bei Zwang oder Sex mit Minderjährigen hört der Spaß auf.
Vor ein paar Jahren gab ich mich der Illusion hin, dass die Liebe zwischen Männern viel intensiver ist, weil sie eben so viele gesellschaftliche Schranken überwinden müssen und Vorurteilen ausgesetzt sind. Noch immer sieht man relativ wenige gleichgeschlechtliche Pärchen auf der Straße, abgesehen von der Dresdener Neustadt. Vielleicht liegt es an meinem Frau sein, werde schließlich nie wirklich erfahren können, wie es ist als Mann mit einem Mann zu schlafen. Könnte ich für einen Tag mein Geschlecht tauschen so würde ich wahrscheinlich beides ausprobieren. Ein anderer Grund für die Spinnereien mag wohl die Literatur sein. Lest einmal Patricia Nell Warren: „Der Langstreckenläufer“ oder Alexander Ziegler: „Die Konsequenz“ und ihr werdet verstehen, was ich hier krampfhaft versuche auszudrücken. Alle Geschichten enden in irgendeiner Weise tragisch, die Liebe scheitert am Hass der Gesellschaft. „Die Konsequenz“ wurde sogar Ende der 70er verfilmt und verboten, weil sich der Bayrische Rundfunk, auf Druck der Kirche, weigerte diesen zu senden.
In den letzten Jahrzehnten ist für Homosexuelle vieles einfacher geworden, doch der Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung ist noch lange nicht zu Ende. Erst wenn die Mauern in den Gehirnen Einzelner niedergerissen sind und „Anders sein“ nicht automatisch „Abartig sein“ bedeutet wird das Thema nicht mehr angesprochen werden. Denn schließlich kann man sagen, solange Homosexualität noch ein Thema ist, kann man nicht von Gleichstellung sprechen.
Zur Liebe zwischen Frauen kann ich mich nicht äußern, da ich keine Lesben persönlich kenne. Ich halte mich lieber an Männer, finde da mehr Befriedigung, doch das ist wiederum ein anderes Thema.
Pushed around and kicked around
Always a lonely boy
You were the one
That theyd talk about around town
As they put you down
And as hard as they would try
They hurt to make you cry
But you never cried to them
Just to your soul
No you never cried to them
Just to your soul
(Bronski Beat: Small Town Boy)
Erschreckend, dass im Jahr 2009 immer noch Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen beziehungsweise Gefühlen diskriminiert werden. Alleine wie oft das Wort „Schwul“ zur Beschimpfung benutzt wird. Da muss man nur einmal eine halbe Stunde mit der Bahn fahren und schon ist man für den Rest des Tages bedient. Warum ist das so? Versuche mich stets in die Menschen hineinzudenken, doch schaffe es nicht, das ist mir zu verrückt. Liegt es an der Erziehung oder die Beeinflussung durch Freunde…weiß es wirklich nicht. Dabei gehen Mädels viel relaxter mit Homosexualität um als Kerle. Vielleicht denken sie, sie würden von Schwulen bedrängt werden. Sich aber dann Pornos anschauen wo es vornehmlich um Analverkehr geht, nur eben mit Mann und Frau. Dabei ist es, von der rein sexuellen Handlungsweise genau dasselbe.
Mädchen dagegen brüsken sich mit ihren schwulen Kumpels, weil sie anscheinend die besseren Männer sind und die Frauen verstehen, dabei ist das auch nur Zufall, den einige der Homosexuellen die ich kenne, sind genauso Mann wie Heten.
Ich wurde in dieser Hinsicht sehr offen erzogen und bei uns war „Schwul/Lesbisch sein“ nie ein Thema im negativen Sinne. Ich wäre noch genauso die Tochter meiner Eltern, wenn ich lesbisch wäre, denn letztendlich geht es doch ums Menschsein und weniger darum wer hier mit wem ins Bett geht. Man ist doch kein schlechterer Mensch, wenn Mann Mann oder Frau Frau liebt. Vielleicht liegt der in der Gesellschaft haftende Ekel noch an dem Einfluss der Kirche, obwohl bei den Katholiken gerade die größten Verbrechen geschehen sind. Und bei Zwang oder Sex mit Minderjährigen hört der Spaß auf.
Vor ein paar Jahren gab ich mich der Illusion hin, dass die Liebe zwischen Männern viel intensiver ist, weil sie eben so viele gesellschaftliche Schranken überwinden müssen und Vorurteilen ausgesetzt sind. Noch immer sieht man relativ wenige gleichgeschlechtliche Pärchen auf der Straße, abgesehen von der Dresdener Neustadt. Vielleicht liegt es an meinem Frau sein, werde schließlich nie wirklich erfahren können, wie es ist als Mann mit einem Mann zu schlafen. Könnte ich für einen Tag mein Geschlecht tauschen so würde ich wahrscheinlich beides ausprobieren. Ein anderer Grund für die Spinnereien mag wohl die Literatur sein. Lest einmal Patricia Nell Warren: „Der Langstreckenläufer“ oder Alexander Ziegler: „Die Konsequenz“ und ihr werdet verstehen, was ich hier krampfhaft versuche auszudrücken. Alle Geschichten enden in irgendeiner Weise tragisch, die Liebe scheitert am Hass der Gesellschaft. „Die Konsequenz“ wurde sogar Ende der 70er verfilmt und verboten, weil sich der Bayrische Rundfunk, auf Druck der Kirche, weigerte diesen zu senden.
In den letzten Jahrzehnten ist für Homosexuelle vieles einfacher geworden, doch der Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung ist noch lange nicht zu Ende. Erst wenn die Mauern in den Gehirnen Einzelner niedergerissen sind und „Anders sein“ nicht automatisch „Abartig sein“ bedeutet wird das Thema nicht mehr angesprochen werden. Denn schließlich kann man sagen, solange Homosexualität noch ein Thema ist, kann man nicht von Gleichstellung sprechen.
Zur Liebe zwischen Frauen kann ich mich nicht äußern, da ich keine Lesben persönlich kenne. Ich halte mich lieber an Männer, finde da mehr Befriedigung, doch das ist wiederum ein anderes Thema.
Pushed around and kicked around
Always a lonely boy
You were the one
That theyd talk about around town
As they put you down
And as hard as they would try
They hurt to make you cry
But you never cried to them
Just to your soul
No you never cried to them
Just to your soul
(Bronski Beat: Small Town Boy)
Donnerstag, 17. September 2009
Arbeitsmoral und Mindestlohn
Was motiviert einen Menschen tagtäglich aufzustehen, zu seiner Arbeit zu schlurfen, um sich letztendlich die Frage zu stellen, für was und vor allem für wen man das macht? Für was ist eigentlich klar – für ein paar müde Mark am Monatsende. Bleibt nur noch das WEN, denn so egoistisch es klingen mag, so kann ich mir doch nichts davon kaufen, wenn die Gäste es mit einer Selbstverständlichkeit hinnehmen, dass man sich für sie den Arsch aufreißt und versucht die unendlichen Sonderwünsche zu erfüllen. Das Wort Danke ist selten geworden in unserer Welt. Ich möchte nun nicht jeden über einen Kamm scheren, doch tendenziell kann man die These aufstellen, je dicker die Börse, desto spärlicher wird die Dankesbekundung.
Klar ist, dass die Leute etwas für ihr Geld erwarten, klar ist auch, dass der Service funktionieren muss, doch anscheinend denken einige, sie seien die einzigen Gäste und könnten einen nach belieben hin und her scheuchen. Und wer denkt in der Gastronomie seien nur Facharbeiter, der hat den Schuss nicht gehört. So war es auch in den vergangen Tagen – ein Gelernter und eine unüberschaubare Größe an Studenten oder anderen Personen, die das eben nicht gelernt sondern erlernt haben.
Gestern war eine Eröffnung eines Shopping Centers…..wieder einmal. Jetzt hat die Stadt Dresden auf der Prager Str. gefühlte 30 Schuhläden, 2 H&M, 2 NY…die Liste könnte endlos weiter geführt werden. Welcher Mensch braucht noch einen Konsumtempel, wenn die Läden im Umkreis von 100 Meter sowieso schon vertreten sind? Das ist so sinnlos, wer soll da einkaufen gehen? Ich habe dazu keine Kohle, denn mein schwerlich erarbeitetes Geld geht für die Miete und den Fixkosten drauf, weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal richtig einkaufen war. Ist wahrscheinlich Jahre her, ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Auf alle Fälle waren die Ansprachen echt der Knaller. „Dresden hat eine Attraktion mehr!“ Wie was – welche Attraktion? Und weil es in dem Laden auch einen Media Markt gibt, konnte der Redner voller Stolz verkünden, dass in diesem regionale Produkte angeboten werden. Für die Unwissenden…er meinte den bekannten Chiphersteller. AMD Produkte gibt es natürlich in den 60 Meter entfernten Saturn nicht zu kaufen. Dabei gehören doch Media Markt und Saturn zu ein und derselben Handelsgruppe. Was für eine Farce!
Jedenfalls ist dieses Ding ein Grund mehr die Innenstadt zu meiden.
Zu meinem aktuellen Lieblingsthema: Mindestlohn! Ich verdiene rund 600 Euro im Monat und gehe dafür 100 Stunden arbeiten, neben dem Studium, doch so richtig weiß ich nicht, wie ich mein Leben davon finanzieren soll. Mehr als Essen kaufen und am Wochenende mal Bierchen in der Kneipe sind da nicht drin. Das mag den einen vielleicht ausreichen, doch ich würde mir gerne mal mehr leisten. Wo also liegt der Anreiz zum arbeiten? Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn jeder Harz IV Empfänger hat am Anfang des Monats genau so viel in der Tasche wie ich, wenn man bedenkt, dass die Miete und Krankenversicherung von der Agentur bezahlt werden. So hat der Arbeitslose 350 Euro Netto im Portemonnaie. Zieht man jetzt noch Versicherung und Telefon/Internet ab, bleiben rund 290 Euro. Wenn ich die Fixkosten abziehe, bleibt mir genauso viel. Ist das gerecht? Nein. Daher bin ich für einen gesetzlichen Mindestlohn, die Menschen müssen motiviert werden, sich einen Job zu suchen und für 5.77 Euro die Stunde würde ich auch nicht arbeiten gehen. Da frage ich mich, weshalb die Menschen nicht auf die Straße gehen. Warum lassen wir uns das Gefallen? Da werden Millionen Abfindungsgehälter gezahlt (Ex-Arcandor Chef Eick 15 Mio) für Personen, die ein Unternehmen in den Ruin treiben, weil sie immer mehr wollen. Wenn ich scheiße auf Arbeit baue, bin ich schneller meinen Job los, als ich gucken kann. Und eine Abfindung bekomme ich auch nicht – ist die Welt nicht ungerecht? Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
So frage ich mich, was soll ich nächste Woche wählen? Die SPD hat sich nun dem Thema Mindestlohn angenommen. Doch wo war der Schrei nach einem Mindestlohn, als es noch eine Rot/Grüne Koalition gab? Aber sie wissen ganz genau, dass sie diese Pläne in Zeiten der großen Koalition nicht umsetzen können oder konnten. Den LINKEN kaufe ich das durchaus ab, doch habe ich Vorbehalte sie auf Bundesebene zu wählen. Bei CDU, FDP und NPD zeige ich gleich die rote Karte, bleiben also nur noch die GRÜNEN, wenn sie sich wieder rückbesinnen auf ihre eigentlichen Ziele. Und die aufstrebende Piraten Partei hat nur ihr Thema Medienfreiheit – und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig.
Für welche Partei ihr euch auch entscheidet, geht wählen!!!!!! Nur so könnt ihr etwas ändern. Nicht Wähler, sind keine Demokraten!
Cause it's a bittersweet symphony this life
Trying to make ends meet, trying to find some money then you die
I'll take you down the only road I've ever been down
(The Verve: Bitter Sweet Symphony)
Klar ist, dass die Leute etwas für ihr Geld erwarten, klar ist auch, dass der Service funktionieren muss, doch anscheinend denken einige, sie seien die einzigen Gäste und könnten einen nach belieben hin und her scheuchen. Und wer denkt in der Gastronomie seien nur Facharbeiter, der hat den Schuss nicht gehört. So war es auch in den vergangen Tagen – ein Gelernter und eine unüberschaubare Größe an Studenten oder anderen Personen, die das eben nicht gelernt sondern erlernt haben.
Gestern war eine Eröffnung eines Shopping Centers…..wieder einmal. Jetzt hat die Stadt Dresden auf der Prager Str. gefühlte 30 Schuhläden, 2 H&M, 2 NY…die Liste könnte endlos weiter geführt werden. Welcher Mensch braucht noch einen Konsumtempel, wenn die Läden im Umkreis von 100 Meter sowieso schon vertreten sind? Das ist so sinnlos, wer soll da einkaufen gehen? Ich habe dazu keine Kohle, denn mein schwerlich erarbeitetes Geld geht für die Miete und den Fixkosten drauf, weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal richtig einkaufen war. Ist wahrscheinlich Jahre her, ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Auf alle Fälle waren die Ansprachen echt der Knaller. „Dresden hat eine Attraktion mehr!“ Wie was – welche Attraktion? Und weil es in dem Laden auch einen Media Markt gibt, konnte der Redner voller Stolz verkünden, dass in diesem regionale Produkte angeboten werden. Für die Unwissenden…er meinte den bekannten Chiphersteller. AMD Produkte gibt es natürlich in den 60 Meter entfernten Saturn nicht zu kaufen. Dabei gehören doch Media Markt und Saturn zu ein und derselben Handelsgruppe. Was für eine Farce!
Jedenfalls ist dieses Ding ein Grund mehr die Innenstadt zu meiden.
Zu meinem aktuellen Lieblingsthema: Mindestlohn! Ich verdiene rund 600 Euro im Monat und gehe dafür 100 Stunden arbeiten, neben dem Studium, doch so richtig weiß ich nicht, wie ich mein Leben davon finanzieren soll. Mehr als Essen kaufen und am Wochenende mal Bierchen in der Kneipe sind da nicht drin. Das mag den einen vielleicht ausreichen, doch ich würde mir gerne mal mehr leisten. Wo also liegt der Anreiz zum arbeiten? Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn jeder Harz IV Empfänger hat am Anfang des Monats genau so viel in der Tasche wie ich, wenn man bedenkt, dass die Miete und Krankenversicherung von der Agentur bezahlt werden. So hat der Arbeitslose 350 Euro Netto im Portemonnaie. Zieht man jetzt noch Versicherung und Telefon/Internet ab, bleiben rund 290 Euro. Wenn ich die Fixkosten abziehe, bleibt mir genauso viel. Ist das gerecht? Nein. Daher bin ich für einen gesetzlichen Mindestlohn, die Menschen müssen motiviert werden, sich einen Job zu suchen und für 5.77 Euro die Stunde würde ich auch nicht arbeiten gehen. Da frage ich mich, weshalb die Menschen nicht auf die Straße gehen. Warum lassen wir uns das Gefallen? Da werden Millionen Abfindungsgehälter gezahlt (Ex-Arcandor Chef Eick 15 Mio) für Personen, die ein Unternehmen in den Ruin treiben, weil sie immer mehr wollen. Wenn ich scheiße auf Arbeit baue, bin ich schneller meinen Job los, als ich gucken kann. Und eine Abfindung bekomme ich auch nicht – ist die Welt nicht ungerecht? Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
So frage ich mich, was soll ich nächste Woche wählen? Die SPD hat sich nun dem Thema Mindestlohn angenommen. Doch wo war der Schrei nach einem Mindestlohn, als es noch eine Rot/Grüne Koalition gab? Aber sie wissen ganz genau, dass sie diese Pläne in Zeiten der großen Koalition nicht umsetzen können oder konnten. Den LINKEN kaufe ich das durchaus ab, doch habe ich Vorbehalte sie auf Bundesebene zu wählen. Bei CDU, FDP und NPD zeige ich gleich die rote Karte, bleiben also nur noch die GRÜNEN, wenn sie sich wieder rückbesinnen auf ihre eigentlichen Ziele. Und die aufstrebende Piraten Partei hat nur ihr Thema Medienfreiheit – und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig.
Für welche Partei ihr euch auch entscheidet, geht wählen!!!!!! Nur so könnt ihr etwas ändern. Nicht Wähler, sind keine Demokraten!
Cause it's a bittersweet symphony this life
Trying to make ends meet, trying to find some money then you die
I'll take you down the only road I've ever been down
(The Verve: Bitter Sweet Symphony)
Freitag, 21. August 2009
Meer sehn
Urlaub vorbei und alles ist wieder beim alten. Morgen klingelt der Wecker 4.45 Uhr und zu Zeiten in denen ich unter Umständen erst nach Hause komme, werde ich aus dem Haus stolpern, um den Herrschaften ihr Frühstück zu servieren.
Nachdem ich selbst in den Genuss gekommen bin, bedient zu werden (Kaffee auf den Tisch und um den Rest kümmere dich selbst), will ich mich auch gar nicht beklagen. Doch nun ein paar Worte zu meinen oder besser gesagt unseren Urlaub. Letzten Dienstag ging es los, nach mächtigen Kampf- bzw. Kompetenzgerangel mit dem Navi (der traditionelle Autoatlas hat gewonnen) und rumgezicke meinerseits (wie fährst du denn, da musst du lang) kamen wir dann doch endlich, leicht entnervt, an. Eine Abkühlung im Nass war dann das Beste, um die erhitzten Gemüter wieder zu beruhigen. Das Grundstück im Norden Brandenburgs ist wirklich schön und idyllisch gelegen, der perfekte Ort, um die Seele ein paar Tage baumeln zu lassen, zur Ruhe zu kommen und das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.
Und weil meine Urlaube gerne dramatisch beginnen, habe ich mich erst einmal die Treppe runtergestürzt. War aber alles halb so schlimm, weiß nicht hab da immer eine Menge Glück, dass außer Prellungen, Zerrungen und blaue Flecken nichts weiter passiert. Trotzdem ging es am Mittwoch ins Krankenhaus, nur um sicher zu sein. Als Kassenpatientin dachte ich, es würde Stunden dauern, doch ich wurde bevorzugt behandelt, vielleicht dachten die Ärzte auch, der Typ der mit mir war, hätte mich hinunter gestoßen. Ein großes Lob an das Team vom Krankenhaus Neuruppin – super Service, freundliche Menschen, die sich Zeit für einen nehmen. Ist leider selten geworden in Zeiten, in den Ärzte/Innen und Pfleger/Innen massenhaft Überstunden leisten müssen und Krankenhäuser wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden bei denen Profit das Einzige ist was zählt. Raus aus dem Haus und mit Sorgen weniger erkundeten wir nun die Innenstadt, welche ein trostloses Bild wie so viele Ostdeutsche Städte angab. Da wird ein Center außerhalb der Stadt gebaut und jeder rammelt dorthin, anstatt die Innenstadt zu beleben, welche durchaus reizvoll ist. Wie dem auch sei, aufgrund des schönen Wetters waren wir sowieso nur am gammeln und lesen. Den See immer im Blick. Es war ähnlich wie in Dresden, man hat die Altstadtsilhouette schon hundert Male gesehen und schaut trotzdem immer wieder hin. Montag hieß es dann Abschied nehmen, da wir noch an die Ostsee wollten. Ohne großartigen Plan, ohne Zimmer auf gut Glück hin, wir werden schon etwas finden. Und so war es auch, 5 min vom Meer entfernt, fanden wir ein Appartement, mit dem oben angedeuteten Frühstücksservice. Sachen raus und ab ans beziehungsweise ins Meer. Herrlich klar, Algen- und Quallenfrei war es. Abends zog dann ein Gewitter aus und wir verkümmelten uns ins Zimmer, kloppten Rommé wie die Alten und da wir so erschlagen vom Tag waren, die Bürgersteige mit Verschwinden der Sonne in Kölpinsee hochgeklappt werden, gingen wir bald schlafen, um fit für das Schlemmerbuffet zu sein, was sich dann als wenig „schlemmer“ erwiesen hat. Aber dafür hat der Kaffee geschmeckt. Da das Wetter noch nicht so richtig wollte haben wir erst einmal die Seebäder abgeklappert, wo sich das Bild von jungen Familien und Rentnern über Rentnern konstant wiederholte. Die Ostsee scheint einfach nicht mehr „In“ bei den Jugendlichen zu sein oder zu teuer, keine Ahnung. Da es Nachmittags wieder aufklarte ging es ab zum Strand und ins Wasser, genau wie am darauf folgenden Tag. Ehrlich, das muss man genießen, wenn sich Usedom von seiner schönsten Seite zeigt und der Sommer noch einmal alles auffährt, was er zu bieten hat. Donnerstag rief dann die Pflicht und schweren Herzens traten wir die Heimreise an.
Fazit:
Wetter: 1a
Unterkunft: top
Stimmung: im Grundton positiv (bin nun einmal sehr launisch und mache es meinen Mitmenschen nicht immer leicht, meine Gedanken zu durchschauen)
In dem Sinne einen großen Dank an denjenigen der dies alles ermöglicht hat und mich so nimmt wie ich bin (auch wenn es manchmal schwer ist)
Paralyse me with your kiss
Wipe those dirty hands on me
Maybe we're looking for the same thing
Maybe you're the one who'll complete me
(Bloc Party: Halo)
Dienstag, 28. Juli 2009
Verrückte Menschen bereichern das Leben
Wenn man kuriose, mitunter verrückte Menschen sehen will, so ist am Wochenende die Neustadt der perfekte Ort. Sucht man minderjährige Mädels, die auf achtzehn geschminkt, sich tapfer an einen Schöfferhofer Grapefruit festhalten, um den einen oder anderen feschen Burschen verkrampft anzulächeln, den dann die zu Unterstützung mitgebrachten Freundinnen mit ihrem hysterischen Gekicher vergraulen, sodass der arme Kerl im vornherein verloren hat, so geht man am Besten in die einschlägigen R´n´B und House Schuppen oder positioniert sich davor, weil man für seine Sozialstudie nicht noch Eintritt bezahlen möchte.
Ist man eher an das Leben von Pseudo Punks (echte Punks haben nicht das neueste Fotohandy!) interessiert, so setzt man sich dezent vor die Scheune. Schöfferhofer Grapefruit wäre hier fatal, denn wenn es ein Bier gibt um nicht aufzufallen, sollte der involvierte Beobachter (Feld Experiment) doch zielsicher zur Sternburger Flasche greifen, vom Nachbarn den Hund, unter dem Vorwand des Gassi Gehens, ausleihen und möglichst die letzten Bravo Ausgaben mit dem Piercings zum anstecken gekauft haben. Für Fans vom Beobachten von Emo Kindern ist der Biergarten gleich neben der Scheune geeignet. Kleine traurige Emo Kinder sind meistens pummelige 15jährige mit Hello Kitty Handtaschen, ihre männlichen Pendants haben von dem zu wenig, was die dicken Kinder von Landau zuviel auf den Rippen mit sich rum tragen. Das Haar muss schwarz sein und möglichst im Gesicht hängen, sprich sie haben so eine Frisur, die aussieht als wären sie gerade aus dem Bett gestiegen, für die sie aber fünf Stunden vor dem Spiegel gestanden haben.
Pappnasen wie mich findet man meistens dort wo sich der Rest noch Kinderlose Mitte/Ende Zwanziger aufhalten. Alles muss etwas schmuddelig sein ohne assi zu wirken. Das Klientel ist bedacht, sein Äußeres so zu gestalten, dass man kaum oder gerade wegen der Dezentheit auffällt. Und wenn man meint alles schon zu kennen, so wird man immer wieder auf ein Neues belehrt. So saß ich mit meinen Freunden an einem Tisch wo bereits ein Pärchen Platz genommen hatte. Während wir munter die Woche besprachen, schwiegen sich die Beiden nur an. Nicht ein Wort fiel in 40 min. Auf meine Frage, weshalb sie sich so anschweigen bekam ich die Antwort „Wir haben heute Kinderfrei.“ Ist das eine plausible Erklärung? Für mich nicht, deshalb fragte ich weiter. „Und das ist der Grund warum ihr nicht miteinander redet?“ Ok, ich hätte keine weiteren Fragen stellen sollen, denn das war der Grund – kein Kind da, kein Gesprächsthema. Klasse! So möchte ich später nicht enden, Menschen die sich gegenseitig in den Abgrund schweigen. Was für eine Beziehung ist das, wenn sie sich nur noch über das Kind definiert? Ob das nun an meiner Fragerei lag oder die Herrschaften einfach nur müde waren weiß ich nicht, jedenfalls gingen sie dann nach Hause, schweigend versteht sich.
Wir wollten dann alsbald in die nächste Location. Als ich so abwartend dastand kam ein Kerl auf mich zu, der vor mir in die Knie ging und an meinen Stiefeln nestelte. Ich dachte er wolle mir unter den Rock schauen (als ob es da was bei Dunkelheit zu sehen gäbe) und bluffte ihn an, doch der Herr war weniger an meinem Genitalbereich interessiert als an meine Füße/Schuhe. Er hob mein Bein, steckte sich den halben Fuß in den Mud und biss zu. Nichts gegen Fetisch, es hätte meinen Stiefel für seine Befriedigung auch samt Bein in den Mund stecken könnten, bis die Schuhspitze seinen Rachen kitzelt, aber nicht zubeißen. Da hört der Spaß wirklich auf. War auch dementsprechend sauer auf den Typen oder vielmehr verblüfft. Höflichkeit ist alles. Für das nächste Mal: ich bin gerne bereit, mir die Stiefel lecken zu lassen, wenn man mich vorher fragt und mir sonst auf keiner Weise zu nahe kommt!
Welcome to the house of fun
Now I´ve come of age
Welcome to the house of fun
Welcome to the lions den
Temptations on his way
Welcome to the house of…
(Madness: House of Fun)
Ist man eher an das Leben von Pseudo Punks (echte Punks haben nicht das neueste Fotohandy!) interessiert, so setzt man sich dezent vor die Scheune. Schöfferhofer Grapefruit wäre hier fatal, denn wenn es ein Bier gibt um nicht aufzufallen, sollte der involvierte Beobachter (Feld Experiment) doch zielsicher zur Sternburger Flasche greifen, vom Nachbarn den Hund, unter dem Vorwand des Gassi Gehens, ausleihen und möglichst die letzten Bravo Ausgaben mit dem Piercings zum anstecken gekauft haben. Für Fans vom Beobachten von Emo Kindern ist der Biergarten gleich neben der Scheune geeignet. Kleine traurige Emo Kinder sind meistens pummelige 15jährige mit Hello Kitty Handtaschen, ihre männlichen Pendants haben von dem zu wenig, was die dicken Kinder von Landau zuviel auf den Rippen mit sich rum tragen. Das Haar muss schwarz sein und möglichst im Gesicht hängen, sprich sie haben so eine Frisur, die aussieht als wären sie gerade aus dem Bett gestiegen, für die sie aber fünf Stunden vor dem Spiegel gestanden haben.
Pappnasen wie mich findet man meistens dort wo sich der Rest noch Kinderlose Mitte/Ende Zwanziger aufhalten. Alles muss etwas schmuddelig sein ohne assi zu wirken. Das Klientel ist bedacht, sein Äußeres so zu gestalten, dass man kaum oder gerade wegen der Dezentheit auffällt. Und wenn man meint alles schon zu kennen, so wird man immer wieder auf ein Neues belehrt. So saß ich mit meinen Freunden an einem Tisch wo bereits ein Pärchen Platz genommen hatte. Während wir munter die Woche besprachen, schwiegen sich die Beiden nur an. Nicht ein Wort fiel in 40 min. Auf meine Frage, weshalb sie sich so anschweigen bekam ich die Antwort „Wir haben heute Kinderfrei.“ Ist das eine plausible Erklärung? Für mich nicht, deshalb fragte ich weiter. „Und das ist der Grund warum ihr nicht miteinander redet?“ Ok, ich hätte keine weiteren Fragen stellen sollen, denn das war der Grund – kein Kind da, kein Gesprächsthema. Klasse! So möchte ich später nicht enden, Menschen die sich gegenseitig in den Abgrund schweigen. Was für eine Beziehung ist das, wenn sie sich nur noch über das Kind definiert? Ob das nun an meiner Fragerei lag oder die Herrschaften einfach nur müde waren weiß ich nicht, jedenfalls gingen sie dann nach Hause, schweigend versteht sich.
Wir wollten dann alsbald in die nächste Location. Als ich so abwartend dastand kam ein Kerl auf mich zu, der vor mir in die Knie ging und an meinen Stiefeln nestelte. Ich dachte er wolle mir unter den Rock schauen (als ob es da was bei Dunkelheit zu sehen gäbe) und bluffte ihn an, doch der Herr war weniger an meinem Genitalbereich interessiert als an meine Füße/Schuhe. Er hob mein Bein, steckte sich den halben Fuß in den Mud und biss zu. Nichts gegen Fetisch, es hätte meinen Stiefel für seine Befriedigung auch samt Bein in den Mund stecken könnten, bis die Schuhspitze seinen Rachen kitzelt, aber nicht zubeißen. Da hört der Spaß wirklich auf. War auch dementsprechend sauer auf den Typen oder vielmehr verblüfft. Höflichkeit ist alles. Für das nächste Mal: ich bin gerne bereit, mir die Stiefel lecken zu lassen, wenn man mich vorher fragt und mir sonst auf keiner Weise zu nahe kommt!
Welcome to the house of fun
Now I´ve come of age
Welcome to the house of fun
Welcome to the lions den
Temptations on his way
Welcome to the house of…
(Madness: House of Fun)
Montag, 20. Juli 2009
Alles Sommer oder was?
Was ist nur mit den Jahreszeiten passiert? Ist das nun der befürchtete Klimawandel oder einfach nur ein verregneter Sommer wie er in periodischen Abständen auftritt? Richtige Planung scheint unmöglich, wenn nicht einmal der örtliche Wetterdienst in der Lage ist, 24 Stunden vorher, halbwegs präzise den kommenden Tag zu beschreiben. Doch es gibt eine Faustregel: stets das was vorhergesagt wird trifft nicht ein. So hatten wir strahlendsten Sonnenschein, obwohl es regnen sollte und andersrum. Man ist der Versuchung erlegen, stets alles griffbereit mit sich zu führen, vom Bikini bis hin zum Regencape (wenn ich so etwas besitzen sollte). So kam ich auch Samstagnacht pitschnass mit durchweichten Schuhen, Strickjacke und brummenden Schädel nach Hause. Nicht dass ich mir das Wetter schön saufen wollte, vielmehr war die Plörre, welche beim Wiesen-Open-Air ausgeschenkt wurde einfach ungenießbar. Es war viel zu warm und Schal, der Depp, der die Zapfanlage eingestellt hat gehört an den Pranger! Vielleicht bin ich da zu anspruchsvoll, doch kann man nicht für zwei Euro ein ordentliches Bier verlangen? Nun denn, wäre ich nicht so furchtbar müde gewesen, dass es mich gegen fünf ins Bett zog, hätte ich ausgeharrt bis sich die Wetterlage ändert oder eine Blasenentzündung meine Pläne durchkreuzt.
Da ich mich nun fast einen Monat lang nicht gemeldet habe, nun ein kurzer Abriss der vergangenen Wochen. Am 03. Juli war es soweit, mein Freund kam aus dem fernen Osten und hilft derzeit erneut östlichen „Schwellenländern“, nur nicht mehr ganz soweit entfernt. Doch macht das einen Unterschied, ob es nun 6000 oder 700 km sind?
Jede Kultur hat seine Macken und verkrampft wird nach Stereotypen gesucht, die dann meist auch gefunden werden. Ich als langjährige Randpolin kenne dieses Völkchen recht gut und trotz vieler positiver Erlebnisse und netten Menschen hat man ein negatives vorgeprägtes Bild von ihnen. Eigentlich schade, dass ich das hier so zugeben muss. Schätze mich als recht toleranten Menschen ein, doch so tolerant bin ich im Innersten vielleicht gar nicht. Doch dies ist ein anderes Thema.
Jedenfalls habe ich die 10 Tage sehr genossen. Brav stand ich des Morgens am Dresdner Flughafen und wartete auf ihn, wobei ich gewissenhaft das Angebot der angrenzenden Bar studierte – ein potentieller Arbeitsplatz! Unser Wiedersehen glich eher eine Groteske als dem Bild welches uns in unzähligen Hollywood Filmen vermittelt wird. Kein Gekreische, kein Geheule, kein wildes aufeinander zu Gestolpere, kein animalisches Zunge in den Hals rammen. Es war eher ein verkrampftes aufeinander zugehen, wenigstens Dresden erstrahlte im sommerlichen Glanz. In der Residenz angekommen viel die Scheu mit den Kleidungsstückn und echte Freude konnte sich endlich breit machen. Gelöst konnten wir danach in das Wochenende starten, welches dann recht harmonisch und in friedlicher Koexistenz verlief.
Montag trübte sich das Bild, als mir vorsichtig vermittelt wurde, dass wir uns demnächst erneut nur über Kameras sehen werden können, doch was soll man machen es ist schließlich sein Job und in Zeiten der Wirtschaftkrise darf man sich glücklich schätzen einen Vollzeitjob zu haben und nicht wie tausend andere in Kurzarbeit zu darben. Wer weiß schon was es endlich ausgestanden ist, ob wir daraus etwas lernen werden oder uns das Ausmaß noch gar nicht bewusst ist. Der Realkapitalismus ist schon in seinen Zügen pervers, doch auch dies ist ein anderes Thema und regt mich zu sehr auf. Zurück zum eigentlichen Thema: nach drei sommerlichen Tagen war es dann auch schon wieder vorbei. Ich meine die Temperaturen stimmen halbwegs, nur der Rest lässt auf sich warten. Meine drei Arbeitstage waren geprägt vom Verweilen in diversen Hotels und dümmlichen Dauergegrinse sowie so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen, denn die baldige Abreise war wie dunkle Gewitterwolken am Horizont stets präsent. Einen Tag ging`s dann abends im Kino zu „Brüno“ und was haben wir herrlich gelacht, obwohl es eigentlich zu heulen ist, wie homophob die ländlichen US Amerikaner sind. Doch ist es hier so anders? Ich kann mir da kein rechtes Urteil erlauben, weil’s mir herzlich egal ist, wer mit wem ins Bett geht und was Mann/Frau, Frau/Frau oder Mann/Mann dort anstellen, solange beide Freude daran haben. Doch dies ist auch eines jener komplexen Themen, die ich mal gesondert abhandeln muss.
Freitag bin ich dann erfolgreich in 27. Lebensjahr geschlittert. Obwohl ich diesem Tag normalerweise genauso wenig Bedeutung zugestehe wie den restlichen 364 Tagen im Jahr, muss ich doch ehrlich zugeben, dass mein Geburtstag wirklich schön war. Am darauf folgenden Tag haben wir mit Freunden gegrillt und obwohl das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machen wollte, haben wir auf den Regen geschissen und tapfer bis in die Nacht im Freien ausgeharrt, bevor wir dann letztendlich doch ins Trockene geflüchtet sind. War ein wirklich schöner und lustiger Abend mit Freunden und Kumpels, auch wenn ich dann noch wutentbrannt in der Nacht die Küche gewischt habe, weil ich ständig über Glas lief und meine Socken am Boden kleben blieben.
Behind your veil I found a body underneath
inside your head were things I never thought about
you know that I would love to see you next year
I hope that I am still alive next year
(Maximo Park: Apply Some Pressure)
Da ich mich nun fast einen Monat lang nicht gemeldet habe, nun ein kurzer Abriss der vergangenen Wochen. Am 03. Juli war es soweit, mein Freund kam aus dem fernen Osten und hilft derzeit erneut östlichen „Schwellenländern“, nur nicht mehr ganz soweit entfernt. Doch macht das einen Unterschied, ob es nun 6000 oder 700 km sind?
Jede Kultur hat seine Macken und verkrampft wird nach Stereotypen gesucht, die dann meist auch gefunden werden. Ich als langjährige Randpolin kenne dieses Völkchen recht gut und trotz vieler positiver Erlebnisse und netten Menschen hat man ein negatives vorgeprägtes Bild von ihnen. Eigentlich schade, dass ich das hier so zugeben muss. Schätze mich als recht toleranten Menschen ein, doch so tolerant bin ich im Innersten vielleicht gar nicht. Doch dies ist ein anderes Thema.
Jedenfalls habe ich die 10 Tage sehr genossen. Brav stand ich des Morgens am Dresdner Flughafen und wartete auf ihn, wobei ich gewissenhaft das Angebot der angrenzenden Bar studierte – ein potentieller Arbeitsplatz! Unser Wiedersehen glich eher eine Groteske als dem Bild welches uns in unzähligen Hollywood Filmen vermittelt wird. Kein Gekreische, kein Geheule, kein wildes aufeinander zu Gestolpere, kein animalisches Zunge in den Hals rammen. Es war eher ein verkrampftes aufeinander zugehen, wenigstens Dresden erstrahlte im sommerlichen Glanz. In der Residenz angekommen viel die Scheu mit den Kleidungsstückn und echte Freude konnte sich endlich breit machen. Gelöst konnten wir danach in das Wochenende starten, welches dann recht harmonisch und in friedlicher Koexistenz verlief.
Montag trübte sich das Bild, als mir vorsichtig vermittelt wurde, dass wir uns demnächst erneut nur über Kameras sehen werden können, doch was soll man machen es ist schließlich sein Job und in Zeiten der Wirtschaftkrise darf man sich glücklich schätzen einen Vollzeitjob zu haben und nicht wie tausend andere in Kurzarbeit zu darben. Wer weiß schon was es endlich ausgestanden ist, ob wir daraus etwas lernen werden oder uns das Ausmaß noch gar nicht bewusst ist. Der Realkapitalismus ist schon in seinen Zügen pervers, doch auch dies ist ein anderes Thema und regt mich zu sehr auf. Zurück zum eigentlichen Thema: nach drei sommerlichen Tagen war es dann auch schon wieder vorbei. Ich meine die Temperaturen stimmen halbwegs, nur der Rest lässt auf sich warten. Meine drei Arbeitstage waren geprägt vom Verweilen in diversen Hotels und dümmlichen Dauergegrinse sowie so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen, denn die baldige Abreise war wie dunkle Gewitterwolken am Horizont stets präsent. Einen Tag ging`s dann abends im Kino zu „Brüno“ und was haben wir herrlich gelacht, obwohl es eigentlich zu heulen ist, wie homophob die ländlichen US Amerikaner sind. Doch ist es hier so anders? Ich kann mir da kein rechtes Urteil erlauben, weil’s mir herzlich egal ist, wer mit wem ins Bett geht und was Mann/Frau, Frau/Frau oder Mann/Mann dort anstellen, solange beide Freude daran haben. Doch dies ist auch eines jener komplexen Themen, die ich mal gesondert abhandeln muss.
Freitag bin ich dann erfolgreich in 27. Lebensjahr geschlittert. Obwohl ich diesem Tag normalerweise genauso wenig Bedeutung zugestehe wie den restlichen 364 Tagen im Jahr, muss ich doch ehrlich zugeben, dass mein Geburtstag wirklich schön war. Am darauf folgenden Tag haben wir mit Freunden gegrillt und obwohl das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machen wollte, haben wir auf den Regen geschissen und tapfer bis in die Nacht im Freien ausgeharrt, bevor wir dann letztendlich doch ins Trockene geflüchtet sind. War ein wirklich schöner und lustiger Abend mit Freunden und Kumpels, auch wenn ich dann noch wutentbrannt in der Nacht die Küche gewischt habe, weil ich ständig über Glas lief und meine Socken am Boden kleben blieben.
Behind your veil I found a body underneath
inside your head were things I never thought about
you know that I would love to see you next year
I hope that I am still alive next year
(Maximo Park: Apply Some Pressure)
Dienstag, 23. Juni 2009
Andere Länder andere Sitten

Es ist immer wieder schön zu sehen, welche Sitten fremde Länder haben
und wie Abfall entsorgt wird. Das erste Bild ist ein Hinweis, dass man an dieser Stelle wohl nicht baden gehen sollte, wenn nicht einmal die Fische den Brack überleben. Vielleicht kann mir das Hinweisschild mal jemand übersetzen.
Bild numero 2 und 3 zeigen anschaulich, wie Chinesen mit angespühlten Unrat, hier ein Schwein, welches sich vor der Schlachtung retten wollte und jämmerlich ertrunken ist, umgehen. Es wird kurzerhand vergraben. Friedhof der Kuscheltiere wenn man so will. Spaßeshalber Mitmenschen eingraben, sollte man an diesem Strandabschnitt tunlichst unterlassen. Wer weiß schon, was sich sonst noch alles im Sand versteckt? Kinder (ein Kind Politik), Hunde, Katzen, Enten, Verurteilte (höchste Rate beim Vollzug der Todesstrafe), Urlauber, Fremdarbeiter, Reisbauern, Affen, Meeresgetier, Schlangen, Japaner, Hühner - oder alles was man in Chinas Garküchen so findet.
Sonntag, 21. Juni 2009
Drei Tage Rock`n`Roll
Sind die Bullen im Anmarsch werden wir unsichtbar!
Geschafft! Physisch wie Psychisch. Hier das Kurzprotokoll:
Do: Arbeit 10.00-14.00 Uhr
Unikram erledigen 15.00-17.00 Uhr
Schlafen 17.00-18.00 Uhr
Telefonieren 18.45-20.00 Uhr
Bierstube mit dem Bär 21.30-0.30 Uhr (und viel zu viel Alkohol)
Fr: Aufstehen 11.00 Uhr
Frühstück
Telefonieren 13.00-14.30 Uhr
Einkaufen/Essen
Arbeit 16.00-24.00 Uhr
BRN bis 5.30 Uhr (ohne viel Alkohol)
Sa: Aufstehen 13.00 Uhr
Frühstück
Telefonieren 13.30-14.30 Uhr
Lesen/Uni/Körperhygiene
16.45-1.00 Arbeit
BRN bis 5.30 Uhr
Schlafen
Heute werde ich auf meinen Körper hören und mich im Nichtstun laben. Etwas lesen, etwas schreiben, kochen und dann am Abend noch einen Film schauen, man kann ja nicht jeden Tag weggehen, so mal das der Geldbeutel nicht zulässt, wobei ich sagen muss, dass ich in den vergangenen drei Tagen nicht viel ausgegeben habe.
Die BRN ist ein günstiger, Studentenfreundlicher Ort.
Eigentlich hatte ich überhaupt nicht vor, mich dieses Jahr in die Menschenmassen zu stürzen, doch wie so oft werden die Pläne kurzerhand über Bord geworfen. Am Freitag war ich sogar gezwungen mich in die Neustadt zu begeben, da ein schwerer Unfall auf den Gleisen dazu führte, dass keine Bahn mehr Richtung Bett fuhr. Und weil ich keine Lust hatte stundenlang an der Haltestelle mit all den anderen Pappnasen zu warten begab ich mich ins Getümmel, wobei ich bemüht war möglichst einen Sitzplatz zu ergattern, da die Beine schmerzten.
Samstag war die Stimmung viel aggressiver, ich kam an und mir flogen erst einmal Bierflaschen entgegen. Diese bekloppten Menschen, wenn sie keinen Alkohol vertragen oder der dazu führt, dass die Kinder übermütig werden, dann sollen sie doch bitteschön zu Hause bleiben und nicht unschuldige Menschen in Gefahr bringen. Kann nämlich auf Scherben im Gesicht durchaus verzichten. Zehn Meter weiter gab es dann fast die nächste Prügelei und nur weil einer den anderen aus versehen angerempelt hat, das passiert nun einmal wenn sich tausende durch Strassen wälzen.
Egal, ich freu mich jedenfalls über jeden Tag den ich hier mehr oder weniger gut über die Runden bringe. Die kommende Woche wird noch einmal anstrengend aber dann kann der Sommer beginnen. Wo wir gerade beim Wetter sind: Es ist Juni und hier sieht alles wenig junilich aus. Regen, Wetterkapriolen, kühl oder schwül…ich glaube wir sind eher im April als im wohlverdienten und lang ersehnen Sommer.
Watch me shine, as all the lights closes down
it's just a talent of mine
You know I die whenever I want
So go chase fortune when I'm gone
I'm guilty of reading my own past
So don't forget If I don't live today, then I might be here tomorrow
If I don't live today, then I might be here tomorrow
(Mando Diao: If I don't live today, then I might be here tomorrow)
Montag, 15. Juni 2009
moderne Kommunikationsmittel können nicht alles ersetzen
So jetzt ist die erste Woche geschafft, es liegen noch quälende 18 Tage vor mir, doch ich bin zuversichtlich, dass ich auch diese erfolgreich überstehen werde. Letztendlich ist das alles nur eine Frage der Ablenkung und so halse ich mir so viel Arbeit wie möglich auf, damit ich mich nicht in meinen Gedanken verliere. Die letzten Tage waren, bedingt durch eine Erkältung, sehr zäh, mir war langweilig und ich konnte als Gefangene meiner Wohnung nicht wirklich viel mit mir anfangen. Zum Lesen fehlte mir die Muße und auf längere Zeit konnte ich mich nicht wirklich gut konzentrieren, wie auch wenn man voll gepumpt mit Medikamenten daherschwebt. Nein das ist übertrieben, was ich nur sagen wollte, ich glaube jeder der sich scheiße fühlt kann das nachvollziehen, es fehlt nicht nur an der körperlichen sondern auch an der geistigen Kraft.
Und so hatte ich wieder mal ein menge Zeit über mich nachzudenken, mein Innerstes zu ergründen und die Stunden zu zählen ehe ich meinen Freund wieder in den Armen halten kann. Dank der modernen Technik ist wenigstens ein Mindestmaß an Kommunikation möglich, doch es ist trotzdem komisch. Alles scheint so irreal, man sieht denjenigen am Ende der Welt und kann ihn nicht berühren, nicht riechen. Weiß nicht wie ich das beschreiben soll, man redet miteinander und trotzdem ist alles viel verkrampfter. So als müsse man sich etwas erzählen, man versucht das Gespräch in die Länge zu ziehen, weil man ihn, wenn schon nicht anfassen, sehen und hören möchte. Dabei kann auch ein Schweigen ganz schön sein, denn wenn man nebeneinander liegt muss man nicht ständig plappern sondern kann ganz entspannt den Atem des Anderen hören oder seine Hände benützen. Ich möchte mich nicht beschweren, Skype und Kameras ermöglichen mehr Kommunikation als vor zehn Jahren, wollte nur meiner Sehnsucht Ausdruck verleihen.
Und da sonst nicht viel passiert ist in den letzen Tagen (Krank!) fällt der Eintrag etwas kürzer aus.
Slipping Down The Universe….
Und so hatte ich wieder mal ein menge Zeit über mich nachzudenken, mein Innerstes zu ergründen und die Stunden zu zählen ehe ich meinen Freund wieder in den Armen halten kann. Dank der modernen Technik ist wenigstens ein Mindestmaß an Kommunikation möglich, doch es ist trotzdem komisch. Alles scheint so irreal, man sieht denjenigen am Ende der Welt und kann ihn nicht berühren, nicht riechen. Weiß nicht wie ich das beschreiben soll, man redet miteinander und trotzdem ist alles viel verkrampfter. So als müsse man sich etwas erzählen, man versucht das Gespräch in die Länge zu ziehen, weil man ihn, wenn schon nicht anfassen, sehen und hören möchte. Dabei kann auch ein Schweigen ganz schön sein, denn wenn man nebeneinander liegt muss man nicht ständig plappern sondern kann ganz entspannt den Atem des Anderen hören oder seine Hände benützen. Ich möchte mich nicht beschweren, Skype und Kameras ermöglichen mehr Kommunikation als vor zehn Jahren, wollte nur meiner Sehnsucht Ausdruck verleihen.
Und da sonst nicht viel passiert ist in den letzen Tagen (Krank!) fällt der Eintrag etwas kürzer aus.
Slipping Down The Universe….
Montag, 8. Juni 2009
Obama in DD
Ich kann ja nicht immer nur trauriges oder nachdenkliches schreiben, sondern muss mal was von dem alltäglichen Wahnsinn in Dresden berichten. Letzten Donnerstag war es soweit: das Phantom kam. Es nennt sich Barack Obama, hier bei uns in der sächsischen Hochburg, wo die Nazis im Landtag sitzen, kam er…ein Farbiger! Wäre es nicht Nacht gewesen und Mr. President de fakto unsichtbar, hätte die NPD sicherlich ihre ganzen „arischen“, „anständigen“ Männer und Frauen auf den Plan zu rufen, um den arbeitsscheuen Unhold aus der Stadt zu jagen.
Jetzt ernsthaft: es war fast abartig und in gewisser Weise mit einer Komik verbunden, welch ein Aufstand wegen des Kurzbesuches gemacht wurde. Die Bahnen waren mit „Welcome Mr. President“ beschriftet, die Innenstadt wurde schon einen Tag vor dem Besuch abgeriegelt, der Flugverkehr setzte aus und die Elbe wurde gesperrt. Ich war an jenem Tag arbeiten und kam gegen acht raus. Der Straßenbahnverkehr sollte, laut DVB kaum betroffen sein und was war? Nichts fuhr mehr und überall waren Bullen über Bullen. Man hat aber nach 10 Stunden gerenne keine Lust mehr noch 25 min nach Hause zu latschen. Irgendwann habe ich dann noch eine Bahn geschafft.
Der Kerl hat mein volles Mitleid, auch wenn er diesen Weg bewusst gewählt hat. Bin ja der Meinung, der hätte lieber mal ne ordentliche Bratwurst gegessen, als ewig diesen Schickimicki Kram der im Kempinski aufgetischt wird. Aber selbst dort war das Personal komplett ausgetauscht. Demnach werden wir nie erfahren, was der gute Mann zu sich genommen hat. Hätte er sich ein Basecap und eine Sonnenbrille aufgesetzt und in einer Kneipe ein gepflegtes Bierchen getrunken, der wäre nicht aufgefallen, so aber war hier der Ausnahmezustand.
Fazit: kein Dresdner hat ihn gesehen und wir fragen uns, ob er überhaupt da war. Was für ein Besuch, danke nein, nicht noch einmal!
Jetzt ernsthaft: es war fast abartig und in gewisser Weise mit einer Komik verbunden, welch ein Aufstand wegen des Kurzbesuches gemacht wurde. Die Bahnen waren mit „Welcome Mr. President“ beschriftet, die Innenstadt wurde schon einen Tag vor dem Besuch abgeriegelt, der Flugverkehr setzte aus und die Elbe wurde gesperrt. Ich war an jenem Tag arbeiten und kam gegen acht raus. Der Straßenbahnverkehr sollte, laut DVB kaum betroffen sein und was war? Nichts fuhr mehr und überall waren Bullen über Bullen. Man hat aber nach 10 Stunden gerenne keine Lust mehr noch 25 min nach Hause zu latschen. Irgendwann habe ich dann noch eine Bahn geschafft.
Der Kerl hat mein volles Mitleid, auch wenn er diesen Weg bewusst gewählt hat. Bin ja der Meinung, der hätte lieber mal ne ordentliche Bratwurst gegessen, als ewig diesen Schickimicki Kram der im Kempinski aufgetischt wird. Aber selbst dort war das Personal komplett ausgetauscht. Demnach werden wir nie erfahren, was der gute Mann zu sich genommen hat. Hätte er sich ein Basecap und eine Sonnenbrille aufgesetzt und in einer Kneipe ein gepflegtes Bierchen getrunken, der wäre nicht aufgefallen, so aber war hier der Ausnahmezustand.
Fazit: kein Dresdner hat ihn gesehen und wir fragen uns, ob er überhaupt da war. Was für ein Besuch, danke nein, nicht noch einmal!
Mittwoch, 3. Juni 2009
Moralische Ansprüche die man selbst nicht erfüllen kann
Ich glaube niemand kann so sehr die Dinge verkomplizieren wie ich. Es könnte alles so einfach sein, wenn mein Hirn nicht so voller verrückter Gedanken wäre. Mach mir damit nicht nur selbst das Leben schwer, sondern ziehe meine Mitmenschen in den Schlamassel hinein. Dabei hat alles so schön angefangen, alles war so leicht, ich konnte mal wieder für einige Stunden meinen Kopf frei bekommen. Sicherlich war Alkohol im Spiel und wahrscheinlich halten uns einige auch für total durchgedreht beziehungsweise überdreht, denn wer lässt sich schon Tequlia aus dem Bauchnabel schlürfen und tanzt auf der Theke? Vielleicht will man in jenen Moment nur angestarrt werden, doch eigentlich möchte ich nur von dem Einen angeschaut werden. Und genau jenem ist das vermutlich unendlich peinlich, dass seine Freundin sich so gehen lässt. Ich weiß es nicht. Weshalb fällt es mir so schwer auf seine Bedürfnisse einzugehen und mehr Rücksicht zu nehmen? Da bin ich so egoistisch und im Nachhinein finde ich mich dann, genau wegen jener Eigenschaft so furchtbar. Das summiert sich dann und am Ende streitet sich Katja mit Katja, was für meine Mitmenschen auch nicht so dolle ist, weil ich dann so sprunghaft in meiner Laune bin und es mir keiner Recht machen kann.
Irgendjemand hat mir mal vor langer Zeit gesagt, dass ich bei meinem Verhalten mal alleine dastehen werde, weil ich jeden über kurz oder lang verletzte und auch nicht erwarten kann, dass mir Verständnis entgegengebracht wird, wenn ich selbst manchmal so verständnislos reagiere. Gedankenkarussell - alles dreht sich!
Und dann erhebe ich mich über alle Anderen und halte ihnen moralische Predigen, wo ich selbst doch so unmoralisch sein kann. Tief im Inneren jedoch weiß ich was richtig oder falsch ist und ich habe durchaus moralische Grundsätze. Das hat sich in den letzten Monaten irgendwie geändert. Es hat sich alles geändert. Ich denke mittlerweile über einiges anders. Zum Beispiel habe ich behauptet, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in einer Beziehung mal einen One Night Stand hat, wenn das für Beide in Ordnung wäre. Na ja, wenn an dann beim Wort genommen wird, dann ist es trotzdem schmerzhaft. Und eigentlich wünscht man sich einen treuen Partner. Also weshalb sagt man dann Dinge die man nicht so meint? Oder was noch neu in meinem Denken ist: Verlustängste. Hatte ich bisher noch nicht und nun bin ich diesbezüglich unsicher.
Mach mir jetzt auf der Arbeit noch ein paar Gedanken über mein Verhalten und werde nach einer Lösung suchen. Vielleicht ist die Lösung auch so einfach wie banal: weniger denken - mehr leben.
Please could you stop the noise, I'm trying to get some rest
From all the unborn chicken voices in my head
What's this? I may be paranoid, but not an android
What's this? I may be paranoid, but not an android
(Radiohead Paranoid Android)
Irgendjemand hat mir mal vor langer Zeit gesagt, dass ich bei meinem Verhalten mal alleine dastehen werde, weil ich jeden über kurz oder lang verletzte und auch nicht erwarten kann, dass mir Verständnis entgegengebracht wird, wenn ich selbst manchmal so verständnislos reagiere. Gedankenkarussell - alles dreht sich!
Und dann erhebe ich mich über alle Anderen und halte ihnen moralische Predigen, wo ich selbst doch so unmoralisch sein kann. Tief im Inneren jedoch weiß ich was richtig oder falsch ist und ich habe durchaus moralische Grundsätze. Das hat sich in den letzten Monaten irgendwie geändert. Es hat sich alles geändert. Ich denke mittlerweile über einiges anders. Zum Beispiel habe ich behauptet, dass es nicht so schlimm ist, wenn man in einer Beziehung mal einen One Night Stand hat, wenn das für Beide in Ordnung wäre. Na ja, wenn an dann beim Wort genommen wird, dann ist es trotzdem schmerzhaft. Und eigentlich wünscht man sich einen treuen Partner. Also weshalb sagt man dann Dinge die man nicht so meint? Oder was noch neu in meinem Denken ist: Verlustängste. Hatte ich bisher noch nicht und nun bin ich diesbezüglich unsicher.
Mach mir jetzt auf der Arbeit noch ein paar Gedanken über mein Verhalten und werde nach einer Lösung suchen. Vielleicht ist die Lösung auch so einfach wie banal: weniger denken - mehr leben.
Please could you stop the noise, I'm trying to get some rest
From all the unborn chicken voices in my head
What's this? I may be paranoid, but not an android
What's this? I may be paranoid, but not an android
(Radiohead Paranoid Android)
Dienstag, 19. Mai 2009
Die Flut
Ich war in den letzten Wochen so sehr mit anderem Geschreibsel beschäftigt, dass ich meinem Blog ziemlich vernachlässigt habe. Das ist jetzt vorbei und ich werde mir Mühe geben, wieder öfters von mir hören zu lassen.
Trotz der sommerlich anmutenden Temperaturen, dem Gezwitscher der Vögel, das frische Grün an den Bäumen und ausgiebigen Sonnenbädern, geht es mir zurzeit nicht besonders gut. Wie so oft kann ich den Auslöser für meine momentane Stimmung nicht lokalisieren, es überkommt mich wie eine Sturmflut, reißt mich komplett aus meinem Umfeld heraus und ich treibe hilflos in meiner Gedankenwelt umher, nach Halt suchend und obwohl mir Hände entgegengestreckt werden, wage ich nicht sie zu ergreifen aus Angst ich könnte ihn/sie mit in die Fluten reißen. Ich werde mich wohl selbst retten müssen um nicht unterzugehen, denn eines Tages und vor diesem Tag fürchte ich mich sehr, werde ich mich mutlos dem Schicksal ergeben, wenn sich nicht bald etwas ändert. Doch wo setzt man an, wie ordnet man das Chaos? Ich meine das Schreiben hilft mir schon, doch vielmehr ist das eine Nachbehandlung, ich sollte besser prophylaktisch agieren, ehe der Sturm kommt. Denn das sich was zusammenbraute, war mir schon Wochen davor bewusst. Dann grollt es in mir, ich werde nervös, träume schlecht, höre Stimmen - ich weiß ganz genau was geschehen wird. Hab das ja schon hundert Mal erlebt, es kommt und geht, wie Ebbe und Flut.
Habe ich einen Grund das Leben anzuprangern, es in Frage zu stellen? Sollte ich mich nicht am Glück erfreuen, dass ich es besser habe, als 4/5 der Weltbevölkerung? Ich lebe in einer Demokratie, habe genug zu Essen und ein Dach über den Kopf. Mein Sozialkapital würde ich als gut einschätzen, ich kann frei wählen welchen Weg ich gehen möchte, darf meine Gedanken offen äußern und an sich stehe ich nicht vor verschlossenen Türen. Bin weder gesellschaftlich isoliert, noch geächtet, vielmehr liebe ich und werde geliebt. Ein körperliches oder geistiges Leiden besteht nicht, würde mich als vitalen, gesunden Menschen einschätzen - alles in allem eine doch beachtlich lange Liste. Andere wären froh, wenn sie nur ein wenig von dem hätten was ich besitze und doch viel zu selten schätze.
In meinem Kopf herrscht eben ständig dieser Krieg zwischen dem Ich das eben jene oben genannten Dinge schätzt und des anderen Ich welches das alles für bedeutungslos hält. Es stellt sich die Frage welches Ich letztendlich gewinnen wird. Doch gibt es bei einem Krieg wirklich immer Sieger und Besiegte und wenn ja zu welchem Preis?
Your head will collapse, but there's nothing in it
And you'll ask yourself?
Where is my mind?
Where is my mind?
Where is my mind?
Trotz der sommerlich anmutenden Temperaturen, dem Gezwitscher der Vögel, das frische Grün an den Bäumen und ausgiebigen Sonnenbädern, geht es mir zurzeit nicht besonders gut. Wie so oft kann ich den Auslöser für meine momentane Stimmung nicht lokalisieren, es überkommt mich wie eine Sturmflut, reißt mich komplett aus meinem Umfeld heraus und ich treibe hilflos in meiner Gedankenwelt umher, nach Halt suchend und obwohl mir Hände entgegengestreckt werden, wage ich nicht sie zu ergreifen aus Angst ich könnte ihn/sie mit in die Fluten reißen. Ich werde mich wohl selbst retten müssen um nicht unterzugehen, denn eines Tages und vor diesem Tag fürchte ich mich sehr, werde ich mich mutlos dem Schicksal ergeben, wenn sich nicht bald etwas ändert. Doch wo setzt man an, wie ordnet man das Chaos? Ich meine das Schreiben hilft mir schon, doch vielmehr ist das eine Nachbehandlung, ich sollte besser prophylaktisch agieren, ehe der Sturm kommt. Denn das sich was zusammenbraute, war mir schon Wochen davor bewusst. Dann grollt es in mir, ich werde nervös, träume schlecht, höre Stimmen - ich weiß ganz genau was geschehen wird. Hab das ja schon hundert Mal erlebt, es kommt und geht, wie Ebbe und Flut.
Habe ich einen Grund das Leben anzuprangern, es in Frage zu stellen? Sollte ich mich nicht am Glück erfreuen, dass ich es besser habe, als 4/5 der Weltbevölkerung? Ich lebe in einer Demokratie, habe genug zu Essen und ein Dach über den Kopf. Mein Sozialkapital würde ich als gut einschätzen, ich kann frei wählen welchen Weg ich gehen möchte, darf meine Gedanken offen äußern und an sich stehe ich nicht vor verschlossenen Türen. Bin weder gesellschaftlich isoliert, noch geächtet, vielmehr liebe ich und werde geliebt. Ein körperliches oder geistiges Leiden besteht nicht, würde mich als vitalen, gesunden Menschen einschätzen - alles in allem eine doch beachtlich lange Liste. Andere wären froh, wenn sie nur ein wenig von dem hätten was ich besitze und doch viel zu selten schätze.
In meinem Kopf herrscht eben ständig dieser Krieg zwischen dem Ich das eben jene oben genannten Dinge schätzt und des anderen Ich welches das alles für bedeutungslos hält. Es stellt sich die Frage welches Ich letztendlich gewinnen wird. Doch gibt es bei einem Krieg wirklich immer Sieger und Besiegte und wenn ja zu welchem Preis?
Your head will collapse, but there's nothing in it
And you'll ask yourself?
Where is my mind?
Where is my mind?
Where is my mind?
Montag, 27. April 2009
Fantasy und die bedrückende Realität
Schaut man sich die aktuellen Bestsellerlisten an, so bemerkt selbst der Laie, dass mehr und mehr Bücher aus der Fantasy Sparte es schaffen, sie mehrere Wochen in den Listen festzusetzen. Das war sogar dem SPIEGEL einen Artikel wert. Nun lese ich kaum Fantasyromane, zwar habe ich Bücher von Harry Potter in meinem Regal stehen und auch Herr der Ringe hat einen festen Platz, doch im Großen und Ganzen kann ich recht wenig mit Trollen, Orks und Zauberern anfangen, ich verstehe aber durchaus die Begeisterung bei Jung und Alt. Ist es denn nicht so, dass wir mittels der Geschichten versuchen aus der kargen Welt zu fliehen, eine Flucht in eine Welt in der es ein klares Gut und Böse gibt, in der Werte wie Treue, Moral und Achtung voreinander noch eine Rolle spielen? Das schöne bei diesen Geschichten ist es, dass am Ende das Gute über das Böse siegt und die Liebe die entscheidende Kraft ist, die den Helden zu schier unmöglichen Taten bewegt, ihn vorantreibt. Der Held weiß wofür er kämpft. Doch weshalb erscheint uns die reale Welt so furchtbar, dass wir gezwungen sind uns Scheinwelten aufzubauen? Ich kenne das von mir selbst recht gut. Abends wenn ich im Bett liege, habe ich immer eine Geschichte im Kopf, in der ich handle, ich auch einmal Held sein darf und weiß für was und wen ich die Strapazen auf mich nehme.
So schwer mir das Handeln in der Realität fällt, ich mich oft gelähmt und überfordert fühle, an manchen Tagen nicht weiß weshalb ich lebe und welchen Platz ich einnehme, umso selbstsicherer bin ich im meiner eigens kreierten Welt. Dabei halten mich die meisten für erschreckend Selbstbewusst und vielleicht bin ich das in einer gewissen Art und Weise auch, ich kann den Schein gut waren, doch kostet es viel Kraft alles aufrecht zu erhalten. Die Fassade muss stets neu verputzt werden. Und gestern ist alles zusammengebrochen, dass
Innere wurde nach Außen gekehrt, ich stand da und war nur am heulen. Diese Gefühlsausbrüche habe ich normalerweise nur, wenn ich betrunken bind, gestern war ich jedoch nüchtern. Keine Ahnung, ob jemand dieses Gefühl kennt, wenn man sich innerlich so leer fühlt und einem diese Leere so schrecklich vorkommt. Als ob man tot ist, die Hülle lebt, die Organe arbeiten aber das Menschsein fehlt.
Wahrscheinlich war es nur an der Zeit, mal wieder alles raus zu lassen, den ganzen Frust, die Angst wegzuheulen. Da kann man versuchen noch so stark zu sein, wenn es einmal läuft, dann dauert es Stunden ehe man wieder einigermaßen gefestigt ist. Wenn man sich selbst ins Bewusstsein ruft weshalb man lebt und alles vielleicht doch nicht so sinnlos ist, dass es einen Sinn hat, weshalb man gerade so und nicht anders ist und es gut so ist. Schließlich hat man doch eine Bestimmung, oder? Und ich denke der Sinn meines Lebens besteht darin Anderen mögliche Wege aufzuzeigen. Das ist glaube ich das einzige was ich wirklich gut kann, meine Gabe wenn man es so ausdrücken will.
You don't wanna hurt me
but see how deep the bullets lies.
unaware I'm tearing you asunder
there is thunder in our hearts.
Is there so much hate for the ones we love?
Tell me we both matter
don't we?
You
it's you and me
it's you and me
you won't be unhappy.
So schwer mir das Handeln in der Realität fällt, ich mich oft gelähmt und überfordert fühle, an manchen Tagen nicht weiß weshalb ich lebe und welchen Platz ich einnehme, umso selbstsicherer bin ich im meiner eigens kreierten Welt. Dabei halten mich die meisten für erschreckend Selbstbewusst und vielleicht bin ich das in einer gewissen Art und Weise auch, ich kann den Schein gut waren, doch kostet es viel Kraft alles aufrecht zu erhalten. Die Fassade muss stets neu verputzt werden. Und gestern ist alles zusammengebrochen, dass
Innere wurde nach Außen gekehrt, ich stand da und war nur am heulen. Diese Gefühlsausbrüche habe ich normalerweise nur, wenn ich betrunken bind, gestern war ich jedoch nüchtern. Keine Ahnung, ob jemand dieses Gefühl kennt, wenn man sich innerlich so leer fühlt und einem diese Leere so schrecklich vorkommt. Als ob man tot ist, die Hülle lebt, die Organe arbeiten aber das Menschsein fehlt.
Wahrscheinlich war es nur an der Zeit, mal wieder alles raus zu lassen, den ganzen Frust, die Angst wegzuheulen. Da kann man versuchen noch so stark zu sein, wenn es einmal läuft, dann dauert es Stunden ehe man wieder einigermaßen gefestigt ist. Wenn man sich selbst ins Bewusstsein ruft weshalb man lebt und alles vielleicht doch nicht so sinnlos ist, dass es einen Sinn hat, weshalb man gerade so und nicht anders ist und es gut so ist. Schließlich hat man doch eine Bestimmung, oder? Und ich denke der Sinn meines Lebens besteht darin Anderen mögliche Wege aufzuzeigen. Das ist glaube ich das einzige was ich wirklich gut kann, meine Gabe wenn man es so ausdrücken will.
You don't wanna hurt me
but see how deep the bullets lies.
unaware I'm tearing you asunder
there is thunder in our hearts.
Is there so much hate for the ones we love?
Tell me we both matter
don't we?
You
it's you and me
it's you and me
you won't be unhappy.
Mittwoch, 15. April 2009
Abenteuer Deutsche Bahn
Es war Ostermontag, früher Nachmittag, als ich wie hundert andere ökologisch Denkende die Heimreise antrat, da Morgen wieder die Pflicht rief. Entspannt und in freudiger Erwartung 17.00 Uhr in DD einzulaufen, ging mein Abenteuer los. Bis zur Landesgrenze Brandenburg Sachsen ging auch alles gut, ich war froh einen, wenn auch sonnigen, Sitzplatz ergattert zu haben und nicht wie andere stehen zu müssen.
In Priestewitz blieb der Zug plötzlich stehen und nach 10 min schweigen sagte die nette Dame, dass eine Weiterfahrt erst in 15-20 min stattfinden könne. Gut, dachte ich mir, gehst du eine Rauchen, denn Rauchverbote auf Bahnsteigen mitten in der Pampa kann man getrost ignorieren. Nach 30 min wurde die Meute langsam unruhig und die Schaffnerin geriet zunehmend in Erklärungsnot. Dann hieß es „Der Zug fällt für unbestimmte Zeit aus, wir bitten um ihr Verständnis.“ Die gute Dame konnte ja nix dafür, dass die Oberleitung im Arsch und die Ursache unauffindbar war. Ich bin der Meinung, dass auf einen Ostermontag einfach nur kein Techniker zur Verfügung stand. In Sachsen nehmen sie Feiertage eben noch ernst. Kurz darauf, die nächste Ansage: „Der Zug fällt ganz aus!“. Wir rammelten also im Kollektiv auf den gegenüberliegenden Bahnsteig und weiter ging die Butterfahrt nach Riesa, von wo aus es dann nach Coschütz gehen sollte. Als wir in Riesa dann in den voll gestopften Zug stiegen auf dem Dresden Hbf stand und so idyllisch die Landschaft an uns vorbeizog, dachte ich mir so „Mhm das kennst du schon, hier warst du heute schon einmal, schau da ist der Bahnsteig auf dem wir über ne Stunde sinnlos standen und da ist auch der Zug…“ Will heißen: wir befanden uns auf demselben Gleiß, wo doch die Leitung im Arsch war…sollten sie es geschafft haben den Schaden zu beheben? Nein, denn schon erklang eine leicht gereizte Stimme die uns verkündete: „Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund eine Oberleitungsstörung kann der Zug nicht wie geplant nach DD fahren. Ab Niederwartha steht für sie Ersatzverkehr bereit, der sie dann nach Radebeul West bringt. Von dort haben sie Anschluss nach DD Neustadt.“ Langsam kamen wir uns vor wie Odysseus, wir wollten nur nach Hause. Angekommen im letzten Dorf Sachsens, in dem es nichts gab außer zwei Gleisen und einem geschlossenem Bahnhofsgebäude standen wir nun da…mit zweihundert anderen Deppen, die bereits seit zwei Stunden auf den versprochen Ersatzverkehr warteten. Summa summarum waren wir an die 500 Jungs und Mädels. Nach 30 min kamen dann zwei Busse. Sollte das ein schlechter Scherz sein? Wie bei Schindlers Liste, kamen ich mir vor. Deportation nachspielen und das auf nen Feiertag. Ich rief dann entnervt einen Freund an und bat ihm mich abzuholen. Es kam dann zwar noch ein Bus, doch mittlerweile waren auch zwei weitere Züge eingetroffen, die Menschenmassen ausschütteten. Ehrlich, wo war die Logistik? Was denkt sich die Deutsch Bahn? Die wussten ja nun nicht erst seit 10 min, dass es aus Dresden weder ein raus- noch reinkommen gab, jedenfalls nicht aus Richtung Leipzig oder Cottbus. Als mich mein Freund abholte, hatte es den Anschein, als ob das System langsam funktioniert, doch dafür haben die unfähigen Deppen 4 Stunden gebraucht. (Wahrscheinlich kannte das Navi kein Niederwartha) Traurig, traurig. Halb neun war ich dann endlich zu Hause. Geil!
Slogan der Bahn von 1974 "Wir wollen, dass sie erholt ankommen"
I want to come home. It's been so long since I've been away
And please, don't blame me 'cause I've tried
I'll be coming home soon to your love to stay
(Lynyrd Skynyrd: Comin' Home)
Montag, 6. April 2009
Gevatter Alkohol und daraus resultierende Missverständnisse
Sinnlose Besäufnisse führen zu Missverständnissen, Fehlinterpretationen, Kommunikationsstörungen und am Ende suhlt man sich in seinem eigenen Dreck und fragt sich warum einen das vergönnt ist, was anderen anscheinend so einfach gelingt. Der Mensch ist nicht einfach gestrickt und weshalb tun wir uns das an? Unweigerlich muss ich das letzte Wochenende mit Luhmann vergleichen. Der gute Mann hat schwer verständliche Theorien über die Kommunikation und doppelte Kontingenz verfasst – aber scheiße er hat recht.
Bei Interaktionen liegt das Problem in der Psyche. Begegnen sich zwei Personen, dann wird ein bestimmtes Verhalten an den Tag gelegt, der Gegenüber erwartet eine bestimmt Reaktion von einen und ich weiß, dass er etwas von mit erwartet. Das nennt man Erwartungserwartungshaltung. Wird dem nicht genüge getan, so kommt keine echte Kommunikation zu Stande und Vertrauen wird nicht auf- sondern abgebaut. Dabei steigt die Unsicherheit und irgendwie versinkt alles im Chaos.
Bei mir spielte sich das Drama das ganze Wochenende ab. Ich weiß manchmal nicht was von mir erwartet wird, welche Gesten ich unterlassen oder entgegenbringen soll, inwiefern ich ich sein kann, denn anscheinend mache ich alles falsch. Dabei hatte ich an jenem Abend von dem Gegenüber auch etwas erwartet und wurde enttäuscht, was mich in eine grenzdebile Situation brachte, mich völlig verunsicherte und weil ich Unsicherheit nicht mag schweife ich ins Gegenteil ab, lass mich gehen und nehme diese „Scheißegal“ Haltung ein. Dabei ist mir das alles andere als scheißegal, die Sinne sind vielmehr geschärft, alles wird überinterpretiert, falsch verstanden…das schaukelt sich hoch, bis es zum Eklat kommt. Kommt es dann zu der, im Suff nicht sehr sinnvollen, Aussprache, zieht man sich bis aufs Hemd aus, ist nackt in der Dunkelheit, breitet seine ganzen Gefühle vor demjenigen aus und hat immer die Angst, dass man nicht für voll genommen wird. Doch es ist umso viel schwieriger das alles nüchtern zu sagen, aus Scham, einfach nur, um nicht verletzt zu werden, wenn der andere nicht so empfindet oder weil einen die Zweifel beschleichen, ob es nicht besser wäre, es nur zu denken als zu sagen. In jenen angetrunkenen Zuständen hätte man im Falle einer Enttäuschung einen Grund weiter zu trinken und auf einen Filmriss zu hoffen.
Ich hoffte auf den nächsten Tag, doch der war dann noch viel komplizierter. Entweder höre ich immer nur das, was ich hören möchte und lege das dann günstig für mich aus oder ich verstehe das ganz genau und der Andere weiß nicht so recht, was er den ganzen Tag plappert. Weiß echt nicht, warum wir uns das Leben so schwer machen und uns nicht einfach treiben lassen, anstatt hilflos gegen den Strom anzupaddeln mit der Gewissheit, dass am Ende ein Scheitern unausweichlich ist. Und das Scheitern beziehe ich hier nicht auf eine Beziehung, sondern vielmehr auf den naiven Versuch alles richtig zu machen was letztendlich falsch ist.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf!
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.
Der Traum ist aus! Der Traum ist aus!
Aber ich werde alles geben, das er Wirklichkeit wird.
Bei Interaktionen liegt das Problem in der Psyche. Begegnen sich zwei Personen, dann wird ein bestimmtes Verhalten an den Tag gelegt, der Gegenüber erwartet eine bestimmt Reaktion von einen und ich weiß, dass er etwas von mit erwartet. Das nennt man Erwartungserwartungshaltung. Wird dem nicht genüge getan, so kommt keine echte Kommunikation zu Stande und Vertrauen wird nicht auf- sondern abgebaut. Dabei steigt die Unsicherheit und irgendwie versinkt alles im Chaos.
Bei mir spielte sich das Drama das ganze Wochenende ab. Ich weiß manchmal nicht was von mir erwartet wird, welche Gesten ich unterlassen oder entgegenbringen soll, inwiefern ich ich sein kann, denn anscheinend mache ich alles falsch. Dabei hatte ich an jenem Abend von dem Gegenüber auch etwas erwartet und wurde enttäuscht, was mich in eine grenzdebile Situation brachte, mich völlig verunsicherte und weil ich Unsicherheit nicht mag schweife ich ins Gegenteil ab, lass mich gehen und nehme diese „Scheißegal“ Haltung ein. Dabei ist mir das alles andere als scheißegal, die Sinne sind vielmehr geschärft, alles wird überinterpretiert, falsch verstanden…das schaukelt sich hoch, bis es zum Eklat kommt. Kommt es dann zu der, im Suff nicht sehr sinnvollen, Aussprache, zieht man sich bis aufs Hemd aus, ist nackt in der Dunkelheit, breitet seine ganzen Gefühle vor demjenigen aus und hat immer die Angst, dass man nicht für voll genommen wird. Doch es ist umso viel schwieriger das alles nüchtern zu sagen, aus Scham, einfach nur, um nicht verletzt zu werden, wenn der andere nicht so empfindet oder weil einen die Zweifel beschleichen, ob es nicht besser wäre, es nur zu denken als zu sagen. In jenen angetrunkenen Zuständen hätte man im Falle einer Enttäuschung einen Grund weiter zu trinken und auf einen Filmriss zu hoffen.
Ich hoffte auf den nächsten Tag, doch der war dann noch viel komplizierter. Entweder höre ich immer nur das, was ich hören möchte und lege das dann günstig für mich aus oder ich verstehe das ganz genau und der Andere weiß nicht so recht, was er den ganzen Tag plappert. Weiß echt nicht, warum wir uns das Leben so schwer machen und uns nicht einfach treiben lassen, anstatt hilflos gegen den Strom anzupaddeln mit der Gewissheit, dass am Ende ein Scheitern unausweichlich ist. Und das Scheitern beziehe ich hier nicht auf eine Beziehung, sondern vielmehr auf den naiven Versuch alles richtig zu machen was letztendlich falsch ist.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf!
Gib mir deine Liebe, gib mir deine Hand.
Der Traum ist aus! Der Traum ist aus!
Aber ich werde alles geben, das er Wirklichkeit wird.
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