Gerade von Arbeit rein, dachte ich mir, es ist mal wieder an der Zeit etwas in meinen Blog zu schreiben, den ich viel zu lange vernachlässigt habe. Dabei sind wieder so viele Gedanken in meinem Kopf, die nur darauf warten niedergeschrieben zu werden, damit neue Gedanken nachrücken können, die mich noch mehr verwirren oder noch nachdenklicher machen. Denn es bahnt sich an, die große Phase der Melancholie, gepaart mit der schon so oft erwähnten Antriebslosigkeit und wieder stelle ich mir die Frage, wie ich diesen Winter damit umgehen werde. Etwa so wie letztes Jahr, als ich die Nacht zum Tage gemacht habe und mit all den anderen armen Gestalten durch die Nacht gestolpert bin, wobei für mich all das Stolpern gut ausging, weil ich meinen Mann gefunden habe oder er mich? Wer weiß das schon, es wird ein ewiges Rätsel bleiben. Oder ist es ganz anders und ich komme nicht aus dem Bett, weil mich meine permanente Müdigkeit ans Laken fesselt? Und wie jedes Jahr grübele ich, ob ein Besuch bei einem Therapeuten nicht doch hilfreich wäre, wobei es mich kürzlich erschreckt hat, wie schnell Psychopharmaka verschrieben werden. Ich will nicht künstlich glücklich sein! Dabei ist meine momentane größte Sorge so klar: ich habe keinen Plan wie ich mein Examen finanzieren soll. Ich meine, es ist mein Examen, das macht man nicht so nebenher, da sitzt man und lernt, hangelt sich von Prüfung zu Prüfung…wie soll ich das bewältigen neben der Arbeit? Oder die Arbeit neben dem Examen? Wie ich es auch drehe und wende ich finde keine Lösung. Vielleicht ist es mein Stolz der mich hindert, um Hilfe zu bitten, aber ich habe es satt abhängig zu sein. Das erfüllt mich nur wieder mit einer nicht zu bändigen Scham. Ich muss mich also zwischen zwei Übeln entscheiden und weiß nicht welches das Größere ist. Für andere mag die Antwort klar auf der Hand liegen, aber ich bin nicht die Anderen.
Letzte Woche kam unsere Betriebskostenabrechnung, die so beschissen war, dass es der ganzen WG das Wochenende verdorben hat. Bei ungefähr gleich bleibenden Verbrauch sollen wir über 600 Euro nachzahlen. Woher nehmen, wir haben keinen Esel der Gold scheißt. Momentan liegt es beim Anwalt zur Prüfung und wir alle hegen die Hoffnung, dass wir was drehen können. Da sind angeblich so viele Fehler, die man als Laie nicht erkennt, sodass wir berechtigt Einwände erheben. Mal sehen was da rauskommt. Weshalb ich das schreibe, am Freitagabend stand ich heulend in der Disco weil ich nicht wusste wie ich das bezahlen soll, wie soll das gehen, wenn man kaum was hat? Gut der Alkohohl tat sein übriges, es gelang mir nicht, die Sorgen auszublenden. Ich habe einen Kumpel, der hat nie Geld, ist stets blank und jener geht mit einer Leichtigkeit durch Leben, dem ich nur Bewunderung entgegenbringen kann. Mir gelingt das nur partiell. Doch genug der Worte über das liebe Geld.
Man kann nie in allen Bereichen glücklich sein, selbst als Jugendliche habe ich das des Öfteren in meinen Tagebüchern nieder geschrieben. Klappte es in der Schule ganz gut, gab es entweder Knatsch mit meinen Eltern oder im Freundeskreis, war dort alles paletti, waren meine Eltern Schuld an meinem Elend (gut, meistens habe ich mir den Ärger selbst eingebrockt, aber das will man als Kind nie zugeben). Und nun, eine Dekade später ist es immer noch der gleiche Terz: Studium, Privat Ok, dann fehlt es am Geld, habe ich Geld ist entweder das Eine oder das Andere nicht in Ordnung. Vielleicht kann man nie in allen Bereichen gleich glücklich sein, weil man dann das Glück nicht schätzen würde, weil es allgegenwärtig wäre und somit normal. Dann wiederum würde man es nicht mehr als Glück erkennen, wenn es zur Normalität verkommt. So sind wir gezwungen uns zu arrangieren, mit dem was wir haben und mit dem was noch kommen wird. Was mir oft auffällt, nicht nur bei mir, sondern auch bei meinen Freunden, ist das eben das Glück normal wird. Und auch wenn ich das nicht oft so zeigen kann wie ich das empfinde, so kann ich mich doch glücklich schätzen, was eben gut in meinem Leben läuft. Nicht nur mein Freund, der mir so viel gibt und es wahrscheinlich nicht einmal weiß, sondern auch meine Eltern zu denen ich einen guten Draht habe, worum mich so mancher beneidet. Es gibt noch so viele andere Beispiele, wo ich es besser habe, aber manchmal vergesse ich dieses kostbare Gut, welches zu bewahren ist, eben weil man es als selbstverständlich hinnimmt, es ist aber nicht selbstverständlich! Wir alle, jeder für sich, sollte sich darüber einmal Gedanken machen. Damit schließe ich für heute und gelobe Besserung. Wie gesagt, die kommende Zeit animiert mich, wieder mehr zu schreiben, denn es ist eine für mich ganz persönlich Art von Therapie.
I work all night, I work all day, to pay the bills I have to pay
Ain't it sad
And still there never seems to be a single penny left for me
That's too bad
(ABBA: Money money money)
Freitag, 27. November 2009
Donnerstag, 15. Oktober 2009
Sehnsucht im Herbst
Nun hat der Herbst Einzug in Deutschland gehalten und zeigt sich weder Golden noch hat er all die anderen Merkmale, welche in der Lyrik so oft gepriesen werden. Vielmehr ist er ein Vorbote auf die bevorstehenden Monate: nass, trüb, windig, einfach nur ungemütlich. Da möchte man sich am liebsten ins Bett verkriechen und erst herauskommen wenn die Frühlingssonne einen an der Nasenspitze kitzelt.
Wie schnell doch das Gewesene vergänglich wird und uns wieder einmal bewusst macht wie rasant die Zeit vergeht, das Jahr ist fast vorbei und auch wenn es noch zu früh für ein Resümee ist, so schweife ich jetzt schon gedanklich zurück in jene Tage, wo wir auf der Wiese lagen, das satte Grün bestaunten und unsere Körper in Sonnenlicht badeten.
Andere mögen sich auf die kommende Zeit freuen, schließlich hat doch der Winter seine schönen Seiten, man kuschelt sich ins Wohnzimmer, der Duft von Kerzen und Gebackenen durchzieht den Raum und man rückt näher zusammen. Einige erfreuen sich auch an der Weihnachtszeit, obwohl Lebkuchen schon jetzt zu kaufen sind und spätestens in einem Monat uns Weihnachtsmusik in sämtlichen Kaufhäusern die Stimmung verdirbt. Ich mag diese Zeit nicht! Man steht im Dunkeln auf, kehrt im Dunkeln heim und obwohl die Tage kürzer sind, haben sie dennoch 24 Stunden. Habe schon ausgerechnet, dass mein „Sonnenakku“ spätestens im Januar verbraucht ist und ab da an meine Stimmung permanent sinkt.
Befinde mich momentan sowieso in einem Schwebezustand. Der Geist ist in weite Ferne gerückt, entflieht der monotonen Realität. Es geht nur noch ums funktionieren weniger ums Leben. Als ob mir in jenen Tagen alles Menschliche abhanden gekommen ist, bleibt versteckt in den in den letzten Windungen meiner Seele, bleibt zu Hause. Zu schwer ist die Last, denn nähme ich sie mit würde ich zusammenbrechen unter dem Gewicht welches wie Blei auf mir liegt, mich zerquetscht, in Bewegungslosigkeit versetzt. Nicht ich halte die Welt an die Welt hält mich an und erneut drängt sich mir die Frage auf, ob es anderen auch so geht oder alle zu Maschinen transformiert sind. Gehe ich mit offenen Augen durch die Straßen, so sehe ich tote Gesichter, das Leben ist fortgespült, hat sie alle mitgenommen. Ist es Resignation? Haben sich die Menschen damit abgefunden, wie ein Tier in Gefangenschaft, jeden Tag der gleiche Mist, der ewig gleichförmige Ablauf oder wollen sie das so, aus Bequemlichkeit? Nicht nachdenken zu müssen, was alles schief läuft in dieser Welt.
Da ist keine Sehnsucht mehr in ihren Blicken. Vielleicht verschließen sie sich nur, vor der ihnen feindlich gesinnten Umwelt. Da würde ich wirklich gerne Gedanken lesen können, um herauszufinden, ob ich alleine mir Gedanken über diese Welt mache oder ob die verschlossenen Minen nur Fassade sind um nicht aufzufallen.
Selbst das Lachen scheint aufgesetzt oder zynisch, so als ob erwartet wird, dass man in der einen oder anderen Situation lacht. So werde nun auch ich in den kommenden Stunden das Restmensch wie eine Haut abstreifen und auf Small Talk programmiert auf Arbeit gehen.
Fire burns but then they slowly die
in our room in our room
where I can see
the silence in you eyes
(Deine Lakeien: Silence in your eyes)
Wie schnell doch das Gewesene vergänglich wird und uns wieder einmal bewusst macht wie rasant die Zeit vergeht, das Jahr ist fast vorbei und auch wenn es noch zu früh für ein Resümee ist, so schweife ich jetzt schon gedanklich zurück in jene Tage, wo wir auf der Wiese lagen, das satte Grün bestaunten und unsere Körper in Sonnenlicht badeten.
Andere mögen sich auf die kommende Zeit freuen, schließlich hat doch der Winter seine schönen Seiten, man kuschelt sich ins Wohnzimmer, der Duft von Kerzen und Gebackenen durchzieht den Raum und man rückt näher zusammen. Einige erfreuen sich auch an der Weihnachtszeit, obwohl Lebkuchen schon jetzt zu kaufen sind und spätestens in einem Monat uns Weihnachtsmusik in sämtlichen Kaufhäusern die Stimmung verdirbt. Ich mag diese Zeit nicht! Man steht im Dunkeln auf, kehrt im Dunkeln heim und obwohl die Tage kürzer sind, haben sie dennoch 24 Stunden. Habe schon ausgerechnet, dass mein „Sonnenakku“ spätestens im Januar verbraucht ist und ab da an meine Stimmung permanent sinkt.
Befinde mich momentan sowieso in einem Schwebezustand. Der Geist ist in weite Ferne gerückt, entflieht der monotonen Realität. Es geht nur noch ums funktionieren weniger ums Leben. Als ob mir in jenen Tagen alles Menschliche abhanden gekommen ist, bleibt versteckt in den in den letzten Windungen meiner Seele, bleibt zu Hause. Zu schwer ist die Last, denn nähme ich sie mit würde ich zusammenbrechen unter dem Gewicht welches wie Blei auf mir liegt, mich zerquetscht, in Bewegungslosigkeit versetzt. Nicht ich halte die Welt an die Welt hält mich an und erneut drängt sich mir die Frage auf, ob es anderen auch so geht oder alle zu Maschinen transformiert sind. Gehe ich mit offenen Augen durch die Straßen, so sehe ich tote Gesichter, das Leben ist fortgespült, hat sie alle mitgenommen. Ist es Resignation? Haben sich die Menschen damit abgefunden, wie ein Tier in Gefangenschaft, jeden Tag der gleiche Mist, der ewig gleichförmige Ablauf oder wollen sie das so, aus Bequemlichkeit? Nicht nachdenken zu müssen, was alles schief läuft in dieser Welt.
Da ist keine Sehnsucht mehr in ihren Blicken. Vielleicht verschließen sie sich nur, vor der ihnen feindlich gesinnten Umwelt. Da würde ich wirklich gerne Gedanken lesen können, um herauszufinden, ob ich alleine mir Gedanken über diese Welt mache oder ob die verschlossenen Minen nur Fassade sind um nicht aufzufallen.
Selbst das Lachen scheint aufgesetzt oder zynisch, so als ob erwartet wird, dass man in der einen oder anderen Situation lacht. So werde nun auch ich in den kommenden Stunden das Restmensch wie eine Haut abstreifen und auf Small Talk programmiert auf Arbeit gehen.
Fire burns but then they slowly die
in our room in our room
where I can see
the silence in you eyes
(Deine Lakeien: Silence in your eyes)
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Bücher sind meine Welt
So senkt sich nun der Schleier auf mich, reißt mich fort in eine fremde, eine vergangene Welt. Getrieben von einer inneren Unruhe blättern sich meine Augen durch Seiten, nehmen begierig all jene Wörter auf, die so viel beschreiben, erklären, verdeutlichen, sichtbar machen, sodass sich die Geschichte vor meinen Augen abspielt. Nur zum Ende hin wird das Umschlagen der Seiten schwerer und schwerer, als ob man das Ende damit aufhalten könnte. Dabei ist das Ende doch unausweichlich. Dort angekommen, streicht man sanft über den Buchrücken, seufzt, stellt das Meisterwerk zurück in das Regal und ist wieder angekommen im Hier und Jetzt, oder etwa nicht?
- So geht es mir stets, wenn ich spannende Bücher lese. Bin da hin und weg, verliere mich in den Geschichten, möchte auch so sein wie die Namenhaften Helden, dabei ist das Leben selbst eine spannende Geschichte, in der man sich stets neu bewähren muss, für jene kämpft die man liebt – um der Liebe willen.
Problematisch wird das ganze nur, wenn ich meine Gedanken in die Realität bringe, Vergangenes mit Gegenwärtigen vermische, meinen Groll im Hier und Jetzt ablasse und verständnislose Blicke ernte oder alles in sinnlosen Streitereien ausufert. Die Linien verwischen, unklar wird der Blick. Ich trage meine innere Unruhe nach Außen, jenes Chaos, welches nur ich begreife, denn die Zusammenhänge sind so wirr, dass der Gegenüber nicht weiß wie er damit umzugehen hat. Schweife wieder einmal ab, aber nun denn, es ergibt sich so, wie soll ich das aufhalten? Wenn man Krank geschrieben ist und sich endlich die Zeit zum Lesen findet oder, und vielleicht ist das auch mal wieder nötig, über alles nachzudenken, was man so lange verdrängt hat, weil die Zeit nicht ausreichte, man zum Funktionieren verdammt war, dann wird einem bewusst, wie viele unverarbeitete Gedanken einem im Kopf herumschwirren. Meine Träume, in denen ich nun wieder sterbe, sind Zeugen der Rastlosigkeit. Und so verbringe ich den lieben langen Tag mit Grübeln und Nichtstun, bis der Alltag mit geballter Kraft zurückkommt. Samstag ist es schon soweit… .
Eyes filled with fire
Wish I was a better liar
It hurts when it's happening, and so I cry
The winter is even colder
I guess that I could have told ya
That I am safe and warm from the hell inside
Break me; I am, an open book
(GNARLS BARKLEY: Open Book)
Werde irgendwann einmal eine Liste, meiner Meinung nach lesenswerter Bücher reinstellen, aber Achtung, hab die Historische Romane Meise (nun vielleicht liegts am Studium)
- So geht es mir stets, wenn ich spannende Bücher lese. Bin da hin und weg, verliere mich in den Geschichten, möchte auch so sein wie die Namenhaften Helden, dabei ist das Leben selbst eine spannende Geschichte, in der man sich stets neu bewähren muss, für jene kämpft die man liebt – um der Liebe willen.
Problematisch wird das ganze nur, wenn ich meine Gedanken in die Realität bringe, Vergangenes mit Gegenwärtigen vermische, meinen Groll im Hier und Jetzt ablasse und verständnislose Blicke ernte oder alles in sinnlosen Streitereien ausufert. Die Linien verwischen, unklar wird der Blick. Ich trage meine innere Unruhe nach Außen, jenes Chaos, welches nur ich begreife, denn die Zusammenhänge sind so wirr, dass der Gegenüber nicht weiß wie er damit umzugehen hat. Schweife wieder einmal ab, aber nun denn, es ergibt sich so, wie soll ich das aufhalten? Wenn man Krank geschrieben ist und sich endlich die Zeit zum Lesen findet oder, und vielleicht ist das auch mal wieder nötig, über alles nachzudenken, was man so lange verdrängt hat, weil die Zeit nicht ausreichte, man zum Funktionieren verdammt war, dann wird einem bewusst, wie viele unverarbeitete Gedanken einem im Kopf herumschwirren. Meine Träume, in denen ich nun wieder sterbe, sind Zeugen der Rastlosigkeit. Und so verbringe ich den lieben langen Tag mit Grübeln und Nichtstun, bis der Alltag mit geballter Kraft zurückkommt. Samstag ist es schon soweit… .
Eyes filled with fire
Wish I was a better liar
It hurts when it's happening, and so I cry
The winter is even colder
I guess that I could have told ya
That I am safe and warm from the hell inside
Break me; I am, an open book
(GNARLS BARKLEY: Open Book)
Werde irgendwann einmal eine Liste, meiner Meinung nach lesenswerter Bücher reinstellen, aber Achtung, hab die Historische Romane Meise (nun vielleicht liegts am Studium)
Freitag, 18. September 2009
Homosexualität
Wie in einem der letzten Einträge mal erwähnt wollte ich dem Thema Homosexualität mal einen eigenen Eintrag widmen.
Erschreckend, dass im Jahr 2009 immer noch Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen beziehungsweise Gefühlen diskriminiert werden. Alleine wie oft das Wort „Schwul“ zur Beschimpfung benutzt wird. Da muss man nur einmal eine halbe Stunde mit der Bahn fahren und schon ist man für den Rest des Tages bedient. Warum ist das so? Versuche mich stets in die Menschen hineinzudenken, doch schaffe es nicht, das ist mir zu verrückt. Liegt es an der Erziehung oder die Beeinflussung durch Freunde…weiß es wirklich nicht. Dabei gehen Mädels viel relaxter mit Homosexualität um als Kerle. Vielleicht denken sie, sie würden von Schwulen bedrängt werden. Sich aber dann Pornos anschauen wo es vornehmlich um Analverkehr geht, nur eben mit Mann und Frau. Dabei ist es, von der rein sexuellen Handlungsweise genau dasselbe.
Mädchen dagegen brüsken sich mit ihren schwulen Kumpels, weil sie anscheinend die besseren Männer sind und die Frauen verstehen, dabei ist das auch nur Zufall, den einige der Homosexuellen die ich kenne, sind genauso Mann wie Heten.
Ich wurde in dieser Hinsicht sehr offen erzogen und bei uns war „Schwul/Lesbisch sein“ nie ein Thema im negativen Sinne. Ich wäre noch genauso die Tochter meiner Eltern, wenn ich lesbisch wäre, denn letztendlich geht es doch ums Menschsein und weniger darum wer hier mit wem ins Bett geht. Man ist doch kein schlechterer Mensch, wenn Mann Mann oder Frau Frau liebt. Vielleicht liegt der in der Gesellschaft haftende Ekel noch an dem Einfluss der Kirche, obwohl bei den Katholiken gerade die größten Verbrechen geschehen sind. Und bei Zwang oder Sex mit Minderjährigen hört der Spaß auf.
Vor ein paar Jahren gab ich mich der Illusion hin, dass die Liebe zwischen Männern viel intensiver ist, weil sie eben so viele gesellschaftliche Schranken überwinden müssen und Vorurteilen ausgesetzt sind. Noch immer sieht man relativ wenige gleichgeschlechtliche Pärchen auf der Straße, abgesehen von der Dresdener Neustadt. Vielleicht liegt es an meinem Frau sein, werde schließlich nie wirklich erfahren können, wie es ist als Mann mit einem Mann zu schlafen. Könnte ich für einen Tag mein Geschlecht tauschen so würde ich wahrscheinlich beides ausprobieren. Ein anderer Grund für die Spinnereien mag wohl die Literatur sein. Lest einmal Patricia Nell Warren: „Der Langstreckenläufer“ oder Alexander Ziegler: „Die Konsequenz“ und ihr werdet verstehen, was ich hier krampfhaft versuche auszudrücken. Alle Geschichten enden in irgendeiner Weise tragisch, die Liebe scheitert am Hass der Gesellschaft. „Die Konsequenz“ wurde sogar Ende der 70er verfilmt und verboten, weil sich der Bayrische Rundfunk, auf Druck der Kirche, weigerte diesen zu senden.
In den letzten Jahrzehnten ist für Homosexuelle vieles einfacher geworden, doch der Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung ist noch lange nicht zu Ende. Erst wenn die Mauern in den Gehirnen Einzelner niedergerissen sind und „Anders sein“ nicht automatisch „Abartig sein“ bedeutet wird das Thema nicht mehr angesprochen werden. Denn schließlich kann man sagen, solange Homosexualität noch ein Thema ist, kann man nicht von Gleichstellung sprechen.
Zur Liebe zwischen Frauen kann ich mich nicht äußern, da ich keine Lesben persönlich kenne. Ich halte mich lieber an Männer, finde da mehr Befriedigung, doch das ist wiederum ein anderes Thema.
Pushed around and kicked around
Always a lonely boy
You were the one
That theyd talk about around town
As they put you down
And as hard as they would try
They hurt to make you cry
But you never cried to them
Just to your soul
No you never cried to them
Just to your soul
(Bronski Beat: Small Town Boy)
Erschreckend, dass im Jahr 2009 immer noch Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigungen beziehungsweise Gefühlen diskriminiert werden. Alleine wie oft das Wort „Schwul“ zur Beschimpfung benutzt wird. Da muss man nur einmal eine halbe Stunde mit der Bahn fahren und schon ist man für den Rest des Tages bedient. Warum ist das so? Versuche mich stets in die Menschen hineinzudenken, doch schaffe es nicht, das ist mir zu verrückt. Liegt es an der Erziehung oder die Beeinflussung durch Freunde…weiß es wirklich nicht. Dabei gehen Mädels viel relaxter mit Homosexualität um als Kerle. Vielleicht denken sie, sie würden von Schwulen bedrängt werden. Sich aber dann Pornos anschauen wo es vornehmlich um Analverkehr geht, nur eben mit Mann und Frau. Dabei ist es, von der rein sexuellen Handlungsweise genau dasselbe.
Mädchen dagegen brüsken sich mit ihren schwulen Kumpels, weil sie anscheinend die besseren Männer sind und die Frauen verstehen, dabei ist das auch nur Zufall, den einige der Homosexuellen die ich kenne, sind genauso Mann wie Heten.
Ich wurde in dieser Hinsicht sehr offen erzogen und bei uns war „Schwul/Lesbisch sein“ nie ein Thema im negativen Sinne. Ich wäre noch genauso die Tochter meiner Eltern, wenn ich lesbisch wäre, denn letztendlich geht es doch ums Menschsein und weniger darum wer hier mit wem ins Bett geht. Man ist doch kein schlechterer Mensch, wenn Mann Mann oder Frau Frau liebt. Vielleicht liegt der in der Gesellschaft haftende Ekel noch an dem Einfluss der Kirche, obwohl bei den Katholiken gerade die größten Verbrechen geschehen sind. Und bei Zwang oder Sex mit Minderjährigen hört der Spaß auf.
Vor ein paar Jahren gab ich mich der Illusion hin, dass die Liebe zwischen Männern viel intensiver ist, weil sie eben so viele gesellschaftliche Schranken überwinden müssen und Vorurteilen ausgesetzt sind. Noch immer sieht man relativ wenige gleichgeschlechtliche Pärchen auf der Straße, abgesehen von der Dresdener Neustadt. Vielleicht liegt es an meinem Frau sein, werde schließlich nie wirklich erfahren können, wie es ist als Mann mit einem Mann zu schlafen. Könnte ich für einen Tag mein Geschlecht tauschen so würde ich wahrscheinlich beides ausprobieren. Ein anderer Grund für die Spinnereien mag wohl die Literatur sein. Lest einmal Patricia Nell Warren: „Der Langstreckenläufer“ oder Alexander Ziegler: „Die Konsequenz“ und ihr werdet verstehen, was ich hier krampfhaft versuche auszudrücken. Alle Geschichten enden in irgendeiner Weise tragisch, die Liebe scheitert am Hass der Gesellschaft. „Die Konsequenz“ wurde sogar Ende der 70er verfilmt und verboten, weil sich der Bayrische Rundfunk, auf Druck der Kirche, weigerte diesen zu senden.
In den letzten Jahrzehnten ist für Homosexuelle vieles einfacher geworden, doch der Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung ist noch lange nicht zu Ende. Erst wenn die Mauern in den Gehirnen Einzelner niedergerissen sind und „Anders sein“ nicht automatisch „Abartig sein“ bedeutet wird das Thema nicht mehr angesprochen werden. Denn schließlich kann man sagen, solange Homosexualität noch ein Thema ist, kann man nicht von Gleichstellung sprechen.
Zur Liebe zwischen Frauen kann ich mich nicht äußern, da ich keine Lesben persönlich kenne. Ich halte mich lieber an Männer, finde da mehr Befriedigung, doch das ist wiederum ein anderes Thema.
Pushed around and kicked around
Always a lonely boy
You were the one
That theyd talk about around town
As they put you down
And as hard as they would try
They hurt to make you cry
But you never cried to them
Just to your soul
No you never cried to them
Just to your soul
(Bronski Beat: Small Town Boy)
Donnerstag, 17. September 2009
Arbeitsmoral und Mindestlohn
Was motiviert einen Menschen tagtäglich aufzustehen, zu seiner Arbeit zu schlurfen, um sich letztendlich die Frage zu stellen, für was und vor allem für wen man das macht? Für was ist eigentlich klar – für ein paar müde Mark am Monatsende. Bleibt nur noch das WEN, denn so egoistisch es klingen mag, so kann ich mir doch nichts davon kaufen, wenn die Gäste es mit einer Selbstverständlichkeit hinnehmen, dass man sich für sie den Arsch aufreißt und versucht die unendlichen Sonderwünsche zu erfüllen. Das Wort Danke ist selten geworden in unserer Welt. Ich möchte nun nicht jeden über einen Kamm scheren, doch tendenziell kann man die These aufstellen, je dicker die Börse, desto spärlicher wird die Dankesbekundung.
Klar ist, dass die Leute etwas für ihr Geld erwarten, klar ist auch, dass der Service funktionieren muss, doch anscheinend denken einige, sie seien die einzigen Gäste und könnten einen nach belieben hin und her scheuchen. Und wer denkt in der Gastronomie seien nur Facharbeiter, der hat den Schuss nicht gehört. So war es auch in den vergangen Tagen – ein Gelernter und eine unüberschaubare Größe an Studenten oder anderen Personen, die das eben nicht gelernt sondern erlernt haben.
Gestern war eine Eröffnung eines Shopping Centers…..wieder einmal. Jetzt hat die Stadt Dresden auf der Prager Str. gefühlte 30 Schuhläden, 2 H&M, 2 NY…die Liste könnte endlos weiter geführt werden. Welcher Mensch braucht noch einen Konsumtempel, wenn die Läden im Umkreis von 100 Meter sowieso schon vertreten sind? Das ist so sinnlos, wer soll da einkaufen gehen? Ich habe dazu keine Kohle, denn mein schwerlich erarbeitetes Geld geht für die Miete und den Fixkosten drauf, weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal richtig einkaufen war. Ist wahrscheinlich Jahre her, ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Auf alle Fälle waren die Ansprachen echt der Knaller. „Dresden hat eine Attraktion mehr!“ Wie was – welche Attraktion? Und weil es in dem Laden auch einen Media Markt gibt, konnte der Redner voller Stolz verkünden, dass in diesem regionale Produkte angeboten werden. Für die Unwissenden…er meinte den bekannten Chiphersteller. AMD Produkte gibt es natürlich in den 60 Meter entfernten Saturn nicht zu kaufen. Dabei gehören doch Media Markt und Saturn zu ein und derselben Handelsgruppe. Was für eine Farce!
Jedenfalls ist dieses Ding ein Grund mehr die Innenstadt zu meiden.
Zu meinem aktuellen Lieblingsthema: Mindestlohn! Ich verdiene rund 600 Euro im Monat und gehe dafür 100 Stunden arbeiten, neben dem Studium, doch so richtig weiß ich nicht, wie ich mein Leben davon finanzieren soll. Mehr als Essen kaufen und am Wochenende mal Bierchen in der Kneipe sind da nicht drin. Das mag den einen vielleicht ausreichen, doch ich würde mir gerne mal mehr leisten. Wo also liegt der Anreiz zum arbeiten? Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn jeder Harz IV Empfänger hat am Anfang des Monats genau so viel in der Tasche wie ich, wenn man bedenkt, dass die Miete und Krankenversicherung von der Agentur bezahlt werden. So hat der Arbeitslose 350 Euro Netto im Portemonnaie. Zieht man jetzt noch Versicherung und Telefon/Internet ab, bleiben rund 290 Euro. Wenn ich die Fixkosten abziehe, bleibt mir genauso viel. Ist das gerecht? Nein. Daher bin ich für einen gesetzlichen Mindestlohn, die Menschen müssen motiviert werden, sich einen Job zu suchen und für 5.77 Euro die Stunde würde ich auch nicht arbeiten gehen. Da frage ich mich, weshalb die Menschen nicht auf die Straße gehen. Warum lassen wir uns das Gefallen? Da werden Millionen Abfindungsgehälter gezahlt (Ex-Arcandor Chef Eick 15 Mio) für Personen, die ein Unternehmen in den Ruin treiben, weil sie immer mehr wollen. Wenn ich scheiße auf Arbeit baue, bin ich schneller meinen Job los, als ich gucken kann. Und eine Abfindung bekomme ich auch nicht – ist die Welt nicht ungerecht? Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
So frage ich mich, was soll ich nächste Woche wählen? Die SPD hat sich nun dem Thema Mindestlohn angenommen. Doch wo war der Schrei nach einem Mindestlohn, als es noch eine Rot/Grüne Koalition gab? Aber sie wissen ganz genau, dass sie diese Pläne in Zeiten der großen Koalition nicht umsetzen können oder konnten. Den LINKEN kaufe ich das durchaus ab, doch habe ich Vorbehalte sie auf Bundesebene zu wählen. Bei CDU, FDP und NPD zeige ich gleich die rote Karte, bleiben also nur noch die GRÜNEN, wenn sie sich wieder rückbesinnen auf ihre eigentlichen Ziele. Und die aufstrebende Piraten Partei hat nur ihr Thema Medienfreiheit – und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig.
Für welche Partei ihr euch auch entscheidet, geht wählen!!!!!! Nur so könnt ihr etwas ändern. Nicht Wähler, sind keine Demokraten!
Cause it's a bittersweet symphony this life
Trying to make ends meet, trying to find some money then you die
I'll take you down the only road I've ever been down
(The Verve: Bitter Sweet Symphony)
Klar ist, dass die Leute etwas für ihr Geld erwarten, klar ist auch, dass der Service funktionieren muss, doch anscheinend denken einige, sie seien die einzigen Gäste und könnten einen nach belieben hin und her scheuchen. Und wer denkt in der Gastronomie seien nur Facharbeiter, der hat den Schuss nicht gehört. So war es auch in den vergangen Tagen – ein Gelernter und eine unüberschaubare Größe an Studenten oder anderen Personen, die das eben nicht gelernt sondern erlernt haben.
Gestern war eine Eröffnung eines Shopping Centers…..wieder einmal. Jetzt hat die Stadt Dresden auf der Prager Str. gefühlte 30 Schuhläden, 2 H&M, 2 NY…die Liste könnte endlos weiter geführt werden. Welcher Mensch braucht noch einen Konsumtempel, wenn die Läden im Umkreis von 100 Meter sowieso schon vertreten sind? Das ist so sinnlos, wer soll da einkaufen gehen? Ich habe dazu keine Kohle, denn mein schwerlich erarbeitetes Geld geht für die Miete und den Fixkosten drauf, weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal richtig einkaufen war. Ist wahrscheinlich Jahre her, ich kann mich nicht mehr daran erinnern. Auf alle Fälle waren die Ansprachen echt der Knaller. „Dresden hat eine Attraktion mehr!“ Wie was – welche Attraktion? Und weil es in dem Laden auch einen Media Markt gibt, konnte der Redner voller Stolz verkünden, dass in diesem regionale Produkte angeboten werden. Für die Unwissenden…er meinte den bekannten Chiphersteller. AMD Produkte gibt es natürlich in den 60 Meter entfernten Saturn nicht zu kaufen. Dabei gehören doch Media Markt und Saturn zu ein und derselben Handelsgruppe. Was für eine Farce!
Jedenfalls ist dieses Ding ein Grund mehr die Innenstadt zu meiden.
Zu meinem aktuellen Lieblingsthema: Mindestlohn! Ich verdiene rund 600 Euro im Monat und gehe dafür 100 Stunden arbeiten, neben dem Studium, doch so richtig weiß ich nicht, wie ich mein Leben davon finanzieren soll. Mehr als Essen kaufen und am Wochenende mal Bierchen in der Kneipe sind da nicht drin. Das mag den einen vielleicht ausreichen, doch ich würde mir gerne mal mehr leisten. Wo also liegt der Anreiz zum arbeiten? Diese Frage kann ich nicht beantworten, denn jeder Harz IV Empfänger hat am Anfang des Monats genau so viel in der Tasche wie ich, wenn man bedenkt, dass die Miete und Krankenversicherung von der Agentur bezahlt werden. So hat der Arbeitslose 350 Euro Netto im Portemonnaie. Zieht man jetzt noch Versicherung und Telefon/Internet ab, bleiben rund 290 Euro. Wenn ich die Fixkosten abziehe, bleibt mir genauso viel. Ist das gerecht? Nein. Daher bin ich für einen gesetzlichen Mindestlohn, die Menschen müssen motiviert werden, sich einen Job zu suchen und für 5.77 Euro die Stunde würde ich auch nicht arbeiten gehen. Da frage ich mich, weshalb die Menschen nicht auf die Straße gehen. Warum lassen wir uns das Gefallen? Da werden Millionen Abfindungsgehälter gezahlt (Ex-Arcandor Chef Eick 15 Mio) für Personen, die ein Unternehmen in den Ruin treiben, weil sie immer mehr wollen. Wenn ich scheiße auf Arbeit baue, bin ich schneller meinen Job los, als ich gucken kann. Und eine Abfindung bekomme ich auch nicht – ist die Welt nicht ungerecht? Hier wird mit zweierlei Maß gemessen.
So frage ich mich, was soll ich nächste Woche wählen? Die SPD hat sich nun dem Thema Mindestlohn angenommen. Doch wo war der Schrei nach einem Mindestlohn, als es noch eine Rot/Grüne Koalition gab? Aber sie wissen ganz genau, dass sie diese Pläne in Zeiten der großen Koalition nicht umsetzen können oder konnten. Den LINKEN kaufe ich das durchaus ab, doch habe ich Vorbehalte sie auf Bundesebene zu wählen. Bei CDU, FDP und NPD zeige ich gleich die rote Karte, bleiben also nur noch die GRÜNEN, wenn sie sich wieder rückbesinnen auf ihre eigentlichen Ziele. Und die aufstrebende Piraten Partei hat nur ihr Thema Medienfreiheit – und das ist mir ehrlich gesagt zu wenig.
Für welche Partei ihr euch auch entscheidet, geht wählen!!!!!! Nur so könnt ihr etwas ändern. Nicht Wähler, sind keine Demokraten!
Cause it's a bittersweet symphony this life
Trying to make ends meet, trying to find some money then you die
I'll take you down the only road I've ever been down
(The Verve: Bitter Sweet Symphony)
Freitag, 21. August 2009
Meer sehn
Urlaub vorbei und alles ist wieder beim alten. Morgen klingelt der Wecker 4.45 Uhr und zu Zeiten in denen ich unter Umständen erst nach Hause komme, werde ich aus dem Haus stolpern, um den Herrschaften ihr Frühstück zu servieren.
Nachdem ich selbst in den Genuss gekommen bin, bedient zu werden (Kaffee auf den Tisch und um den Rest kümmere dich selbst), will ich mich auch gar nicht beklagen. Doch nun ein paar Worte zu meinen oder besser gesagt unseren Urlaub. Letzten Dienstag ging es los, nach mächtigen Kampf- bzw. Kompetenzgerangel mit dem Navi (der traditionelle Autoatlas hat gewonnen) und rumgezicke meinerseits (wie fährst du denn, da musst du lang) kamen wir dann doch endlich, leicht entnervt, an. Eine Abkühlung im Nass war dann das Beste, um die erhitzten Gemüter wieder zu beruhigen. Das Grundstück im Norden Brandenburgs ist wirklich schön und idyllisch gelegen, der perfekte Ort, um die Seele ein paar Tage baumeln zu lassen, zur Ruhe zu kommen und das innere Gleichgewicht wieder herzustellen.
Und weil meine Urlaube gerne dramatisch beginnen, habe ich mich erst einmal die Treppe runtergestürzt. War aber alles halb so schlimm, weiß nicht hab da immer eine Menge Glück, dass außer Prellungen, Zerrungen und blaue Flecken nichts weiter passiert. Trotzdem ging es am Mittwoch ins Krankenhaus, nur um sicher zu sein. Als Kassenpatientin dachte ich, es würde Stunden dauern, doch ich wurde bevorzugt behandelt, vielleicht dachten die Ärzte auch, der Typ der mit mir war, hätte mich hinunter gestoßen. Ein großes Lob an das Team vom Krankenhaus Neuruppin – super Service, freundliche Menschen, die sich Zeit für einen nehmen. Ist leider selten geworden in Zeiten, in den Ärzte/Innen und Pfleger/Innen massenhaft Überstunden leisten müssen und Krankenhäuser wie Wirtschaftsunternehmen geführt werden bei denen Profit das Einzige ist was zählt. Raus aus dem Haus und mit Sorgen weniger erkundeten wir nun die Innenstadt, welche ein trostloses Bild wie so viele Ostdeutsche Städte angab. Da wird ein Center außerhalb der Stadt gebaut und jeder rammelt dorthin, anstatt die Innenstadt zu beleben, welche durchaus reizvoll ist. Wie dem auch sei, aufgrund des schönen Wetters waren wir sowieso nur am gammeln und lesen. Den See immer im Blick. Es war ähnlich wie in Dresden, man hat die Altstadtsilhouette schon hundert Male gesehen und schaut trotzdem immer wieder hin. Montag hieß es dann Abschied nehmen, da wir noch an die Ostsee wollten. Ohne großartigen Plan, ohne Zimmer auf gut Glück hin, wir werden schon etwas finden. Und so war es auch, 5 min vom Meer entfernt, fanden wir ein Appartement, mit dem oben angedeuteten Frühstücksservice. Sachen raus und ab ans beziehungsweise ins Meer. Herrlich klar, Algen- und Quallenfrei war es. Abends zog dann ein Gewitter aus und wir verkümmelten uns ins Zimmer, kloppten Rommé wie die Alten und da wir so erschlagen vom Tag waren, die Bürgersteige mit Verschwinden der Sonne in Kölpinsee hochgeklappt werden, gingen wir bald schlafen, um fit für das Schlemmerbuffet zu sein, was sich dann als wenig „schlemmer“ erwiesen hat. Aber dafür hat der Kaffee geschmeckt. Da das Wetter noch nicht so richtig wollte haben wir erst einmal die Seebäder abgeklappert, wo sich das Bild von jungen Familien und Rentnern über Rentnern konstant wiederholte. Die Ostsee scheint einfach nicht mehr „In“ bei den Jugendlichen zu sein oder zu teuer, keine Ahnung. Da es Nachmittags wieder aufklarte ging es ab zum Strand und ins Wasser, genau wie am darauf folgenden Tag. Ehrlich, das muss man genießen, wenn sich Usedom von seiner schönsten Seite zeigt und der Sommer noch einmal alles auffährt, was er zu bieten hat. Donnerstag rief dann die Pflicht und schweren Herzens traten wir die Heimreise an.
Fazit:
Wetter: 1a
Unterkunft: top
Stimmung: im Grundton positiv (bin nun einmal sehr launisch und mache es meinen Mitmenschen nicht immer leicht, meine Gedanken zu durchschauen)
In dem Sinne einen großen Dank an denjenigen der dies alles ermöglicht hat und mich so nimmt wie ich bin (auch wenn es manchmal schwer ist)
Paralyse me with your kiss
Wipe those dirty hands on me
Maybe we're looking for the same thing
Maybe you're the one who'll complete me
(Bloc Party: Halo)
Dienstag, 28. Juli 2009
Verrückte Menschen bereichern das Leben
Wenn man kuriose, mitunter verrückte Menschen sehen will, so ist am Wochenende die Neustadt der perfekte Ort. Sucht man minderjährige Mädels, die auf achtzehn geschminkt, sich tapfer an einen Schöfferhofer Grapefruit festhalten, um den einen oder anderen feschen Burschen verkrampft anzulächeln, den dann die zu Unterstützung mitgebrachten Freundinnen mit ihrem hysterischen Gekicher vergraulen, sodass der arme Kerl im vornherein verloren hat, so geht man am Besten in die einschlägigen R´n´B und House Schuppen oder positioniert sich davor, weil man für seine Sozialstudie nicht noch Eintritt bezahlen möchte.
Ist man eher an das Leben von Pseudo Punks (echte Punks haben nicht das neueste Fotohandy!) interessiert, so setzt man sich dezent vor die Scheune. Schöfferhofer Grapefruit wäre hier fatal, denn wenn es ein Bier gibt um nicht aufzufallen, sollte der involvierte Beobachter (Feld Experiment) doch zielsicher zur Sternburger Flasche greifen, vom Nachbarn den Hund, unter dem Vorwand des Gassi Gehens, ausleihen und möglichst die letzten Bravo Ausgaben mit dem Piercings zum anstecken gekauft haben. Für Fans vom Beobachten von Emo Kindern ist der Biergarten gleich neben der Scheune geeignet. Kleine traurige Emo Kinder sind meistens pummelige 15jährige mit Hello Kitty Handtaschen, ihre männlichen Pendants haben von dem zu wenig, was die dicken Kinder von Landau zuviel auf den Rippen mit sich rum tragen. Das Haar muss schwarz sein und möglichst im Gesicht hängen, sprich sie haben so eine Frisur, die aussieht als wären sie gerade aus dem Bett gestiegen, für die sie aber fünf Stunden vor dem Spiegel gestanden haben.
Pappnasen wie mich findet man meistens dort wo sich der Rest noch Kinderlose Mitte/Ende Zwanziger aufhalten. Alles muss etwas schmuddelig sein ohne assi zu wirken. Das Klientel ist bedacht, sein Äußeres so zu gestalten, dass man kaum oder gerade wegen der Dezentheit auffällt. Und wenn man meint alles schon zu kennen, so wird man immer wieder auf ein Neues belehrt. So saß ich mit meinen Freunden an einem Tisch wo bereits ein Pärchen Platz genommen hatte. Während wir munter die Woche besprachen, schwiegen sich die Beiden nur an. Nicht ein Wort fiel in 40 min. Auf meine Frage, weshalb sie sich so anschweigen bekam ich die Antwort „Wir haben heute Kinderfrei.“ Ist das eine plausible Erklärung? Für mich nicht, deshalb fragte ich weiter. „Und das ist der Grund warum ihr nicht miteinander redet?“ Ok, ich hätte keine weiteren Fragen stellen sollen, denn das war der Grund – kein Kind da, kein Gesprächsthema. Klasse! So möchte ich später nicht enden, Menschen die sich gegenseitig in den Abgrund schweigen. Was für eine Beziehung ist das, wenn sie sich nur noch über das Kind definiert? Ob das nun an meiner Fragerei lag oder die Herrschaften einfach nur müde waren weiß ich nicht, jedenfalls gingen sie dann nach Hause, schweigend versteht sich.
Wir wollten dann alsbald in die nächste Location. Als ich so abwartend dastand kam ein Kerl auf mich zu, der vor mir in die Knie ging und an meinen Stiefeln nestelte. Ich dachte er wolle mir unter den Rock schauen (als ob es da was bei Dunkelheit zu sehen gäbe) und bluffte ihn an, doch der Herr war weniger an meinem Genitalbereich interessiert als an meine Füße/Schuhe. Er hob mein Bein, steckte sich den halben Fuß in den Mud und biss zu. Nichts gegen Fetisch, es hätte meinen Stiefel für seine Befriedigung auch samt Bein in den Mund stecken könnten, bis die Schuhspitze seinen Rachen kitzelt, aber nicht zubeißen. Da hört der Spaß wirklich auf. War auch dementsprechend sauer auf den Typen oder vielmehr verblüfft. Höflichkeit ist alles. Für das nächste Mal: ich bin gerne bereit, mir die Stiefel lecken zu lassen, wenn man mich vorher fragt und mir sonst auf keiner Weise zu nahe kommt!
Welcome to the house of fun
Now I´ve come of age
Welcome to the house of fun
Welcome to the lions den
Temptations on his way
Welcome to the house of…
(Madness: House of Fun)
Ist man eher an das Leben von Pseudo Punks (echte Punks haben nicht das neueste Fotohandy!) interessiert, so setzt man sich dezent vor die Scheune. Schöfferhofer Grapefruit wäre hier fatal, denn wenn es ein Bier gibt um nicht aufzufallen, sollte der involvierte Beobachter (Feld Experiment) doch zielsicher zur Sternburger Flasche greifen, vom Nachbarn den Hund, unter dem Vorwand des Gassi Gehens, ausleihen und möglichst die letzten Bravo Ausgaben mit dem Piercings zum anstecken gekauft haben. Für Fans vom Beobachten von Emo Kindern ist der Biergarten gleich neben der Scheune geeignet. Kleine traurige Emo Kinder sind meistens pummelige 15jährige mit Hello Kitty Handtaschen, ihre männlichen Pendants haben von dem zu wenig, was die dicken Kinder von Landau zuviel auf den Rippen mit sich rum tragen. Das Haar muss schwarz sein und möglichst im Gesicht hängen, sprich sie haben so eine Frisur, die aussieht als wären sie gerade aus dem Bett gestiegen, für die sie aber fünf Stunden vor dem Spiegel gestanden haben.
Pappnasen wie mich findet man meistens dort wo sich der Rest noch Kinderlose Mitte/Ende Zwanziger aufhalten. Alles muss etwas schmuddelig sein ohne assi zu wirken. Das Klientel ist bedacht, sein Äußeres so zu gestalten, dass man kaum oder gerade wegen der Dezentheit auffällt. Und wenn man meint alles schon zu kennen, so wird man immer wieder auf ein Neues belehrt. So saß ich mit meinen Freunden an einem Tisch wo bereits ein Pärchen Platz genommen hatte. Während wir munter die Woche besprachen, schwiegen sich die Beiden nur an. Nicht ein Wort fiel in 40 min. Auf meine Frage, weshalb sie sich so anschweigen bekam ich die Antwort „Wir haben heute Kinderfrei.“ Ist das eine plausible Erklärung? Für mich nicht, deshalb fragte ich weiter. „Und das ist der Grund warum ihr nicht miteinander redet?“ Ok, ich hätte keine weiteren Fragen stellen sollen, denn das war der Grund – kein Kind da, kein Gesprächsthema. Klasse! So möchte ich später nicht enden, Menschen die sich gegenseitig in den Abgrund schweigen. Was für eine Beziehung ist das, wenn sie sich nur noch über das Kind definiert? Ob das nun an meiner Fragerei lag oder die Herrschaften einfach nur müde waren weiß ich nicht, jedenfalls gingen sie dann nach Hause, schweigend versteht sich.
Wir wollten dann alsbald in die nächste Location. Als ich so abwartend dastand kam ein Kerl auf mich zu, der vor mir in die Knie ging und an meinen Stiefeln nestelte. Ich dachte er wolle mir unter den Rock schauen (als ob es da was bei Dunkelheit zu sehen gäbe) und bluffte ihn an, doch der Herr war weniger an meinem Genitalbereich interessiert als an meine Füße/Schuhe. Er hob mein Bein, steckte sich den halben Fuß in den Mud und biss zu. Nichts gegen Fetisch, es hätte meinen Stiefel für seine Befriedigung auch samt Bein in den Mund stecken könnten, bis die Schuhspitze seinen Rachen kitzelt, aber nicht zubeißen. Da hört der Spaß wirklich auf. War auch dementsprechend sauer auf den Typen oder vielmehr verblüfft. Höflichkeit ist alles. Für das nächste Mal: ich bin gerne bereit, mir die Stiefel lecken zu lassen, wenn man mich vorher fragt und mir sonst auf keiner Weise zu nahe kommt!
Welcome to the house of fun
Now I´ve come of age
Welcome to the house of fun
Welcome to the lions den
Temptations on his way
Welcome to the house of…
(Madness: House of Fun)
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